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Angst vor allem

Guten Tag liebes Kopf Hoch Team! :) Ich habe extreme Angst, vor irgendwie alles und jedem. Es ist mir ziemlich unangenehm, da sehr viele meiner Freunde immer sage, dass ich ein Schisshase sei. Wenn ich z.B mit meiner Freundin spät Abends noch Draussen bin, und wir weiter vorne eine Gruppe grösserer Jungs sehen, möchte ich immer sofort einen Umweg machen. Ich habe so Angst das ich manchmal am liebsten weg rennen würde!

Für mein Alter ist das eigentlich komisch (bin 14) Oder wenn z.B meine kleine Schwester (bei uns zuhause in der Küche sind Fliesen am Boden) bei uns in der Küche schnell um den Ecken rennt, kneife ich manchmal die Augen zu, da ich Angst habe sie fällt ganz blöd hin und schlägt sich den Kopf fest an. Komischerweise habe ich immer solche angstmachenden Bilder im Kopf, dass jemandem/mir etwas sehr Schlimmes widerfährt,

Beim Treppenlaufen, habe ich bei meiner Mutter (Zuhause sind bei uns einige Treppen auch mit Fliesen versehen) auch immer extreme Angst, dass sie ausrutscht und so fest hinfällt, dass sie ins Krankenhaus muss. Wenn ich solche Angst habe, habe ich solche brutalen Bilder im Kopf. Ich habe vor allem Angst, dass irgendeine Person, die mir sehr nahe steht stirbt. Ich habe auch Angst das z.B meine Oma bald stirbt (Sie ist 64). Da ich ihr sehr nahe stehe, würde für mich eine Welt zusammen brechen!!!! Wovor ich auch unglaubliche Angst habe, ist die Dunkelheit.

Ich schlafe ohne Licht, aber trotzdem, mit der Dunkelheit könnte man mich am meisten quälen. Sie müssen wissen, ich habe bis zu meinem 13. Lebensjahr ohne Licht nicht schlafen können. Das war mir natürlich sehr peinlich bei meinen Freundinnen und so. Wenn ich dann (im Winterlager mit der Schule war das auch der Fall) mal ohne Licht eingeschlafen bin, (dieses Problem habe ich heute aber immer noch, obwohl ich mittlerweile ohne Licht schlafe) wache ich immer mitten in der Nacht auf, aber total hysterisch! Ich sitze auf, schaue wild herum, fange an zu zittern. Ich fange auch manchmal an zu schreien! In diesen Momenten bin ich im Halbschlaf, ich bekomme also alles nur so halb mit. Ich muss dann unbedingt irgendwo Licht sehen. Wenn ich Zuhause bin, schalte ich mein grosses Licht ein. Das ist wirklich schrecklich unangenehm für mich! :,( Da ich im Halbschlaf bin, kann ich nicht richtig handeln. Im Lager zum Beispiel (5 Tage) hatte ich das jede Nacht. Ich hatte immer meine Taschenlampe unter der Bettdecke an, wenn ich dann Nachts aufwachte, und die Taschenlampe war aus, oder die Batterie war leer, bin ich fast durchgedreht!! Ich beginne richtig heftig zu atmen, werde richtig hysterisch, ich beginne auch manchmal an zu weinen, schreie ab und zu richtig laut herum.

Oder bei meinem vorletzten Lager, bin ich Nachts aufgestanden (wieder im Halbschlaf, konnte nicht reagieren) schrie laut rum: "Wo ist das Licht?!" ging zum Lichtschalter, schaltete ihn an, aus, an, aus, legte mich wieder ins Bett und schlief ein. Das war mir sehr peinlich! :( Warm habe ich solche Angst vor dem Dunkeln? :(

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Reden und Enspannung hilft gegen Ängste

Liebe Seraina

Du leidest wirklich sehr stark unter deiner Angst. Bei dir sehe ich 2 Haupängste: Die Angst vor der Dunkelheit und die Angst vor Verletzungen/Tod. Die gute Nachricht ist, dass du tatsächlich etwas gegen deine Ängste machen kannst.

Du hast Angst vor dem Tod und Angst, dass sich liebe Menschen schwer verletzen. Die wenigsten Menschen werden diese Angst vollkommen überwinden können, denn es ist immer ein gewisses Mass an Trauer und Unsicherheit mit dem Gedanken an den Tod verbunden. Aber der Tod ist ein Bestandteil des Lebens und jeder (auch deine Grosmutter) wird im Laufe des Lebens sterben. Die Angst vor dem Tod kannst du mildern, indem du dich bewusst mit diesem Thema befasst, anstatt es weg zu schieben. Gespräche und Disskussionen mit deinen Eltern und deinen Freunden können dir beim Abbau deiner Angst helfen. Es ist wichtig, dass du diese Angst nicht verdrängst, sondern dich ihr stellst und darüber redest. Bei Thema Tod musst du dann vielleicht weinen oder du wirst traurig, das ist völlig in Ordnung. Es gehört zum Prozess des Angstabbaus.

Dein zweites Angstthema ist die Dunkelheit. Es ist gut, dass du eine Taschenlampe dabei hast. Das kann dir eine gewisse Sicherheit vermitteln, wenn du in einem Lager bist. Um deinen Angstzuständen entgegenzuwirken, musst du herausfinden welche Methoden dich beruhigen. Manchmal kann tiefes Durchatmen oder Musik hören bereits helfen dich zu beruhigen und somit deine Angst zu lindern. Aber da du ganz fest Angst hast, empfehle dir, dass du bewusst eine Entspannungstechnik lernst. PMR (Progressive Muskelrelaxation) ist eine gute Enspannungsmethode bei der du deine Muskeln zuerst anspannst und dann enspannst. Durch diese An- und Enstpannung der Muskeln wird sich dein Körper entspannen und die Ängste werden dich weniger stark belasten. Du kannst dir eine CD kaufen mit PMR-Anleitungen. Abend im Bett kannst du dann PMR üben, dadurch enspannst du dich und deine Angst wird dich nicht mehr überfallen. Zuerst könntest du das PMR zu Hause vor dem Einschlafen etwas üben (mit LIcht). Wenn du es ein paar Mal gemacht hast, kannst du es dann auch im Dunkeln machen. Die PMR-CD kannst du dann auch ins Lager mitnehmen und im Bett die Enspannungsübungen machen. Das wird keiner merken;) Aber  im entspannten Zustand wirst du dich wenier ängstlich fühlen.

Laura