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Autounfall

Hallo

Am Samstag hatte meine beste Freundin einen Autounfall. Es handelte sich dabei um den Unfall auf der A3 in Benken. Sie sass im 3. Auto.. Ihr ist also Gott sei Dank nichts passiert. Allerdings hat sie dort einen Menschen sterben sehen (sie hat noch versucht ihm zu helfen) und einen bereits Toten. Sie musste schon zur Polizei wegen der Aussage und so. Sie wollte nicht zu einem Psychiater, was ich ja auch verstehen kann, aber ich weiss nicht, ob sie wirklich so gut damit fertig wird wie sie behauptet. Zu allem Übel wird nun von einem völlig Unbeteiligten(!) auf blick.ch auch noch die These aufgestellt, dass die beiden Autos ein Autorennen gemacht haben. (was nicht stimmt! Das Auto lag schon da, so dass das Auto, in dem meine Freundin sass, ausweichen musste und gegen die Leitplanke prallte.) Ich sehe, dass auch das ihr wieder ziemlich zusetzt.

Nun weiss ich aber nicht wie ich ihr am besten helfen kann. Bis jetzt konnte ich ihr immer helfen.. Ich wusste immer, was ich sagen konnte, um sie aufzumuntern.. Ich konnte es, weil ich die meisten ihrer Probleme schon selbst erlebt habe. Aber das hab ich noch nie erlebt.. Also kann ich ihr nicht sagen, dass ich weiss wie sie sich fühlt oder so.. Ich weiss es ja nicht. 

Also könnt ihr mir vielleicht einen Tipp geben wie ich ihr am besten helfe? 

Vielen Dank!

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Geduld

Liebe Anouk

Was deine Freundin erlebt hat, ist eine schreckliche Erfahrung. Wenn sie also im Moment etwas verwirrt oder sonst irgendwie anders ist, ist das normal. Es dauert eine Weile bis man so ein Trauma verarbeitet hat. Du kannst vor allem für da sein. Wobei du aber darauf achten solltest, dass sie dir sagen oder zeigen kann, wenn sie dich braucht, und nicht dass du jetzt für sie das Ruder übernimmst. Hör ihr zu, wenn sie dir etwas erzählen will, zum Zuhören musst du das nicht selber mal erlebt haben, denn egal, was du sagst, wirst du es nicht ungeschehen machen. Es geht also ums Zuhören, nicht um "das Richtige sagen". Was du tun kannst, ist, nicht zu extrem auf das Schreckliche eingehen, sondern auch positive Dinge erwähnen, wie dass sie gesund überlebt hat. Aber nur wenn du das Positive in dem Moment auch siehst, also nicht auf erzwungene Art, weil ich das hier schreibe. Allgemein tut es ihr wahrscheinlich gut, wenn sie -so gut es geht-, ihren Alltag weiterlebt. Schone sie also nicht allzu fest, sondern nimm sie lieber raus unter die Leute und lass sie ihre Dinge alleine erledigen. Aber schau auch immer gut zu dir, sie ist nicht für diesen Unfall verantwortlich und du -auch wenn du deine Freundin sehr gern hast- kannst die Verantwortung nicht dafür übernehmen, wie es ihr geht.

Lieber Gruss, Kim