Begriffe erklären

Hi Ich habe mal 'ne Frage: Können sie mir bitte die folgenden Begriffe erklären? Anpassungsstörungen, Depressionen und Selbstmordgefährdung, ängste, Zwänge und Schulverweigerung und Verhaltensstörungen.

Liebe Grüsse, Aileen

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

psychologische Begriffe

Liebe Aileen

ich werde versuchen, dir die Begriffe ganz kurz zu erklären. Ich hoffe, sie werden dir dann verständlich. Ich weiss nicht, für was du diese Erklärungen brauchst - ich bin einfach froh, wenn du nachfragst, wenn du etwas nicht verstehst. Vielleicht fragst du, weil du diese Begriffe im Zusammenhang mit dir oder mit jemandem, den du lieb hast, gehört hast. Bitte frage nach, wenn dich dann etwas sehr beschäftigt.

Wenn jemand Anpassungsstörungen hat, dann ist er/sie nicht mehr an das Leben und die Anforderun-gen, die das Leben stellt, angepasst. Das kann aus ganz verschiedenen Gründen passieren. Für den/die Betroffenen kann das ganz schlimm sein oder er kann es selbst kaum merken.

Eine Depression ist eine psychische Krankheit, in der jemand entweder völlig verzweifelt, traurig wird oder auch überhaupt nichts mehr spürt. Da kann jemand arbeitsunfähig werden und wortwörtlich "erstarren". Schwere Depressionen werden zuerst mit Medikamenten, dann meist mit Psychotherapie behandelt. Sie entstehen aus einer überforderung heraus oder auch ohne gleich ersichtlichen Grund. Sie können im Leben eines Menschen einmalig sein oder immer wiederkehren.

Selbstmordgefährdung heisst, dass jemand gefährdet ist, Selbstmorde zu begehen. Das heisst, man traut es jemandem zu, sich selbst umzubringen. Je nach dem wie schlimm das ein Arzt einstuft, weist er jemanden in eine Klinik ein, um den Menschen vor sich selbst zu schützen.

Viele Menschen, die depressiv sind, sind auch selbstmordgefährdet.

"ängste" entstehen - wie der Name ja sagt - aus der Angst. Die haben wohl alle Menschen manchmal.

Bei manchen Menschen jedoch nimmt die Angst immer mehr Platz in ihrem Leben ein. Sie haben vor immer mehr und immer häufiger Angst. Das kann Angst vor Menschen, vor Tieren, vor geschlossenen Räumen und vielem mehr sein. Die ängste dieser Menschen behindern ihr Leben. Sie können z.B. nicht mehr nach draussen gehen, sie können nicht mehr arbeiten, usw.. Angststörungen (so sagt man dem auch), können in einer Psychotherapie behandelt werden.

Zwänge sind Verhaltensweisen, die jemand ausübt, obwohl er eigentlich weiss, dass sie "unlogisch" sind. Jemand ist dann gezwungen, irgend etwas zu tun, das keinen Sinn macht. Zum Beispiel: die Tür x-mal abschliessen, sich 100 mal pro Tag die Hände waschen, sich versuchen alle Autonummern zu merken, und vieles mehr.

Meist entstehen Zwänge, um die Angst, die dahinter liegt, in Schach zu halten. Sie können auch dazu führen, dass jemand nicht mehr "normal" leben kann, d.h. zum Beispiel nicht mehr arbeiten kann. Sie können in Psychotherapien behandelt werden.

Schulverweigerung heisst, dass ein Kind oder ein Jugendlicher sich weigert, weiterhin in die Schule zu gehen. Das sagt noch nichts über die Hintergründe aus.

Verhaltensstörungen sind Störungen des Verhaltens. Das heisst, jemand verhält sich nicht so, wie man es normalerweise in einer bestimmten Umgebung von ihm erwarten würde. Der Begriff sagt aber noch nichts aus darüber, wie schlimm dass das ist oder wieso das jemand macht.

Die Begriffe werden alle in der Psychologie und der Psychiatrie gebraucht. Sie versuchen, Verhalten oder Gefühle von Menschen zu beschreiben, die irgendwie nicht dem "Durchschnittsverhalten" entsprechen.

Um die Begriffe wirklich zu verstehen, gebrauchen und richtig anzuwenden, müsstest du in Psychiatrie-Lehrbüchern nachlesen. Ich kann dir gerne welche nennen, falls du das wünschst.

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