Das reinste Chaos auf dem Bauernhof

Hallo Kopfhoch

Ich reite auf einem Bauernhof schon lange ein Pferd. Auf dem Hof hat es sehr viele Tiere, bei denen mir schon oft aufgefallen ist, wie schlecht sie gehalten, gefüttert und gepflegt werden.

Vielmals habe ich schon mitgeholfen, zu füttern, auszumisten und zu putzen. Aber leider habe ich neben der Schule sehr wenig Zeit. Zum ersten mal war ich zutiefst schockiert, als ich sah, das die Schweine, eher noch Ferkel, in ihrem eigenen Urin stehen, der ihnen bis über die Füsschen reicht. Das Essen warf man ihnen einfach in auf den dreckigen Boden, und sie bissen sich blutig, weil sie zu wenig bekamen. Aber ich sah noch viel mehr in der folgenden Zeit. Ein kleines Ferkel, noch ganz jung, lag schwer atmend im Stroh, es zitterte, und man konnte es fast schon sterben sehen. Kurz darauf war es auch schon tot.

An einem Tag fand ich ein Huhn, das lag tot auf dem Boden, seine Hühnerkolleginnen pickten auf seine Federn, doch es bewegte sich nicht mehr. Viele Hühner haben kahle Stellen am Körper. Der Bauer vergisst oft ein paar seiner Hühner draussen, die können dann einfach nicht mehr in den Stall.

Ich weiss wirklich viel über Tiere, ich habe seither viel gelernt und geübt und getan. Aber heute habe ich etwas so Trauriges erlebt. Es kamen Lämmer zur Welt, 5 kleine Lämmer, Zwillinge und Drillinge. Die Mutter der Zwillinge nahm diese nicht an. Sie haben die Mutter aber nicht etwa gemolken, nein, sie haben den kleinen keinen Schoppen gemacht, wie ich es letztes Jahr gemacht habe, sie haben diese schwachen Tiere einfach mit den Grossen auf die Weide getan, und dort sind sie erfroren, verhungert, zertreten worden, was auch immer!!!

Und das eine der Drillinge konnte die Mutter nicht stillen, sie war etwas überfordert mit den drei Kindern, es ist erst ihre zweite Geburt. Aber sie haben dem Lämmchen nicht geholfen, nein. Nein, sie haben es sterben lassen. Und als ich dann kam, sah ich die drei Kleinen auf dem Misthaufen liegen. Ich hab es als Beweis fotografiert. Bitte, das darf man doch mit Tieren nicht machen! Heute sind auch alle Angestellten vom Hof zum Abendessen gegangen und haben vergessen, die Schweine, die alten Schafe und die Rinder zu füttern. Das hab dann ich gemacht. Und die zwei jüngsten Lämmchen sehen auch so schwach aus, das ich nur beten kann, dass sie die Nacht überleben. Ich weiss, dass der Tierschutz vor etwa einem halben Jahr dort war, aber als der letzte Kontrollgang vorbei wahr, kehrte alles zum alten zurück. Dieser Hof ist das reinste Chaos. Ich weiss nicht, was ich machen soll.

Irgendwie gibt es auf diesem Hof keinen, der sagt, wie was getan werden soll, sondern jeder tut's, wie es ihm passt. Reden mit den Leuten soll man ja, aber das hat nichts genutzt. Ich weiss nicht, ob ich solche Vorfälle melden soll, und wenn ja, wo? Ich weiss sowieso nicht, was ich machen soll.

Bitte, Lämmchen, lebt morgen noch :(

Lacrima

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

du kannst etwas unternehmen

Hallo Lacrima

Das sind ja wirklich schlimme Dinge, die du da auf dem Bauernhof gesehen hast. Wie es scheint, ist der Bauer entweder nicht in der Lage oder nicht Willens, seine Tiere artgerecht zu halten und sie ein würdiges und schmerzfreies Leben führen zu lassen. Das ist für Menschen, die Tiere lieben und schätzen wie du, nur schwer mitanzusehen. Glücklicherweise musst du das aber auch nicht. Wenn die Zustände auf diesem Hof tatsächlich so sind, wie du beschreibst - und davon gehe ich aus - dann hast du die Möglichkeit, dies zu melden.

Die Meldestellen heissen je nach Kanton unterschiedlich, sind aber über Google relativ leicht zu finden. Falls du trotzdem nicht fündig werden solltest, melde dich bei einer Tierschutzorganisation deines Kantons und lass dich beraten. Es arbeiten dort viele nette Menschen, denen das Wohl der Tiere ebenso am Herzen liegt wie dir. Wenn du kannst, mach weiterhin Fotos von dem Gesehenen. Das wird es dir ermöglichen, ganz genau auf die Missstände zeigen zu können und dir Gehör zu verschaffen.

Ich finde es sehr schön, dass du dich so sehr für Tiere engagierst und dir ihr Leiden nicht egal ist. Je mehr Menschen so denken und handeln wie du, umso weniger müssen Tiere unnötig leiden. Mach weiter so!

Liebe Grüsse