Eltern rasten immer aus

Hallo

Eigentlich ist die Welt für mich völlig in Ordnung, so lange ich in der Schule gute Noten habe. Wenn ich aber schlechte Noten habe und sie von den Eltern unterschreiben muss, habe ich immer so Angst. Nur schon, wenn die Note unter einer 4.5 ist. Meine Eltern rasten immer aus und schlagen zu. Ich mag das nicht, mittlerweile hat das auch Auswirkungen auf meine Prüfungen. Ich habe immer so derart Angst, dass ich wieder zu schlecht bin für meine Eltern. Nebenbei Trinken meine Eltern am Abend immer so viel. Sie sind kaum mal nüchtern. Ich getraue mich nicht, mit denen in der Stadt zu erscheinen. Ich schäme mich, dass das meine Eltern sind. Zu Hause muss ich den Haushalt machen, weil es sonst niemand macht, es ist mir einfach zu viel, neben Schule und allem. Oder ich muss denen dann wieder die leeren Flaschen entsorgen, weil es sich sonst zu fest anhäuft. Mich stört es einfach, wenn meine Eltern mich gar nicht mehr mögen. Manchmal habe ich auch das Gefühl, es ist ihnen egal was ich mache. Aber daraus kann ich dann auch nicht verstehen, wenn sie plötzlich zu schlagen. Mir macht diese Situation unheimlich zu schaffen. Ich weiss mir nicht, wie zu helfen.

Vielen Dank für alles

Läri

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Mut sich Hilfe zu holen

Hallo Läri

Kennst du das Märchen von Aschenputtel? Es handelt von einem jungen Menschen, der von seiner Familie erniedrigt und gedemütigt wird. Dieser Mensch muss schuften und Hausarbeiten machen bis zum Abwinken. Und wenn es dann im nahen Schloss ein grosses Fest gibt, dann tut die Familie alles, damit der junge Mensch nicht dorthin gehen kann. Und schliesslich schafft es dieser Mensch doch, sogar mit passenden Outfit an das Fest zu gehen und Anerkennung und Freundschaft zu finden.

Wer gibt dir Anerkennung und Freundschaft?

Du schreibst von ganz schlimmen Zuständen bei dir Zuhause. Hast du jemanden, dem du von deinen Ängsten erzählen kannst? Was meint dein Lehrer dazu?  Auch die Schulsozialarbeiterin ist dafür eine gute Anlaufstelle. Wichtig finde ich, dass du rausgehst aus dieser Angst und Demütigung und dir Unterstützung holst. Geh noch einen Schritt weiter, den ersten Schritt hast du hier bei uns gemacht.

Ich wünsche dir auf deinem Weg viel Mut.

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