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Gefühl, dass ich nicht mehr kann

Hallo. ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin vor drei Wochen aus der Klinik entlassen worden. Ich war hauptsächlich wegen Magersucht da, aber ich habe auch Depressionen und neige nun immer häufiger zum selbstverletzen. Ich habe total viel Stress mit der Schule, weil ich auch so viel verpasst habe. In letzter Zeit hab ich immer mehr das Gefühl, dass ich nicht mehr kann. Ich möchte auch eigentlich nicht mehr leben, aber im Moment ist für mich die einzige Möglichkeit durch nichts essen zu sterben. Das geht aber nicht, weil ich jetzt sehr stark kontrolliert werde. Das macht mich fertig, ich bin immer unglücklich und fühle mich richtig leer und allein. Ich bin bei meiner ambulanten Therapeutin erst bei den Diagnoseterminen und das hilft mir nicht wirklich weiter. Ich weiß einfach nicht mehr weiter

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Entspannen

Liebe Jana

Ich kann gut vorstellen, dass du im Moment orientierungslos im Leben stehst. Du bist gerade aus der Klinik raus, hast das Gefühl, keine Kontrolle mehr über dein Leben und vor allem über deinen Körper zu haben. Du stehst nun am Anfang eines anstrengenden Weges, der aber dazu führen wird, dass es dir besser geht. Die Diagnosetermine helfen dir nicht weiter, das ist klar. Denn die sind dafür da, dass sich deine Therapeuten ein vollständiges Bild von dir machen kann, damit sie dich dann so gut wie möglich behandeln kann. Für die Zwischenzeit würde ich dir empfehlen, möglichst viel zu entspannen. Auch wenn du Stress in der Schule hast, ist es jetzt wichtiger, dass du dich erholen kannst. Probier ein paar Entspannungstechniken aus, vielleicht könntes du Yoga versuchen. Nimm ein heisses Bad, höre Musik, geh spazieren, am besten mit Freunden, oder schreib in dein Tagebuch. Jeder hat seine eigenen Methoden, wichtig ist, dass du etwas loslassen kannst. In der Therapie wirst du deine Probleme konkreter angehen können und du wirst nach einer Weile Fortschritte erkennen. Bis dann sollst du dich so oft es geht belohnen und verwöhnen. 

Lieber Gruss, Kim