Hab ich das Recht, dass mir etwas gelingt?

Tut mir leid, dass ich euch erneut anschreiben muss.

Aber ich hab jetzt zu meinen eigentlichen Problemen ein neues (oder auch nicht?)



Gerade eben... bin ich dem Skype beigetreten.

Allerdings nicht weil ich so unbedingt zu den dummen Modeteenis gehören will, sondern.... naja... wegen R. (ich hatte von ihm schon mal erzählt).

Ihm geht es noch lange nicht gut. (Er weiß auch inzwischen von meiner Arbeitslosigkeit und dem Problem mit meinen Eltern.).

Und weil er trotz der Entfernung zwischen uns mir sehr, sehr wichtig geworden ist und ich meine Kontaktmöglichkeiten mit ihm verbessern will,hab ich mich beim Skype angemeldet.



Mein Problem ist: Mein Risiko erwischt zu werden hat sich gerade verdreifacht. Gerade eben bekam ich ne Bestätigungsmail wo ich mich ziemlich erschrocken hab. (Sie haben es zum Glück nicht bemerkt.)

Ich habe wirklich Angst, dass das was ich tue (Creepypasta und Skype) auffliegt. Ich hab zwar es entsprechend eingerichtet, dass nicht endlos Benachrichtigungen kommen (aber trotzdem kam die Mail)

Ich weiß wie meine Eltern sind...

Sie würden mich nur zu Sau mache und mein Computer wegnehmen, weil ich dummes Kind es gewagt hab mal etwas ohne ihrer Erlaubnis zu machen, anstatt sich nen Job zu suchen. Und es würde nichts bringen mit ihnen zu reden, weil sie mir eh nie zuhören.

Wenn es geschieht... würde ich nie wieder meine Geschichten veröffentlichen können und R. seh ich nie wieder :'(

Nur weil ich mal etwas eigenes starten wollte...



Aber meine Angst R. zu verlieren, ließ mich das Risiko eingehen.



Hab ich als Ausbildungssuchende/Arbeitslose, die eben mit ihrer Situation unzufrieden ist, überhaupt nicht das Recht etwas anderes zu erleben?!

Mal etwas eigenes zu starten?!

Freunde zu finden?!

Etwas zu gelingen?!

Mit meinen Geschichten scheine ich Menschen zu begeistern...

Und... ich habe tatsächlich so etwas wie Freunde gefunden...

Doch meine Eltern ziehen am längeren Hebel, weil ich für sie nur das dumme, faule Kind bin.

So wollen nicht, dass ich glücklich bin.

Sie wollen nur, dass ich endlich mal ihre ach so großzügigen Investitionen entschädige. (Dabei bewerb ich mich doch!)





Gibt es etwas, dass ich tun kann, um das etwas schöne, das ich durch meinen ersten Schritt aus der Komfortzone erhalten hab, nicht wieder zu verlieren?

Ist der Beitritt und ein (nenn ichs mal) vorsichtiger Umgang mit Skype überhaupt der zweite Schritt?

Ich hab das halt gemacht, um R. nicht in Stich zu lassen.

Er ist glaube ich sogar schon mein bester Freund...

Ist dass falsch es ebenfalls zu verheimlichen?

Ich mach doch nichts schlimmes!



Ich hoffe, meine Angst kann (aufgrund meiner früheren Posts hier wie "Bin ich Wertlos?") irgendwer nachvollziehen.



Gruß,

Eine Ratlose

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Schöne Erlebnisse tun dir gut und wirkend sich positiv auf den Bewerbungsprozess aus

Liebe Anonym

Auch du, als Ausbildungs- und Arbeitssuchende, bist ein Mensch mit Bedürfnissen. Selbstverständlich hast du das Recht, neben der Stellensuche noch anderes zu erleben. Es tut dir sogar gut, wenn du nebenbei etwas Positives erlebst. Du hast eine schwierige Situation zu Hause – von deinen Eltern erhältst du kaum Wertschätzung. Auch deine Jobsuche ist frustrierend – daher hast du es umso mehr nötig, dass du auch schöne Dinge erlebst und Wertschätzung von anderen Menschen erhältst. Es ist schön, dass du Freunde gefunden hast – die Menschen bedeuten dir etwas und du ihnen auch. Das sollst du unbedingt aufrechterhalten. Indem du die Kontakte aufrecht erhältst und weiterhin Geschichten schreibst und diese veröffentlichst, ist bestimmt ein Weg, um das, was du durch den Schritt aus deiner Komfortzone erreich hast, aufrechtzuerhalten. Von Skype solltest du eigentlich keine weiteren E-Mails mehr erhalten. Hast du ein Smartphone? Dann könntest du Skype auch dort installieren oder du und R. könntet Nummern austauschen und per SMS oder Whatsapp Kontakt haben. Ob es falsch ist, das Ganze zu verheimlichen, das kannst du besser abschätzen. Du weisst besser, wie deine Eltern reagieren würden und was die Konsequenzen wären. Aber ich denke, wenn du Angst hast, dass sie dir den Kontakt zu R. und deinen anderen Freunden verbieten, wenn sie davon erfahren, ist es okay, wenn du es für dich behältst. Wie du sagst, machst du überhaupt nichts Schlimmes.

Du bist ja dauernd dran dich zu bewerben – dazwischen brauchst du Dinge, die dir Spass machen. Was du tust steht dem Bewerbungsprozess nicht im Weg. Im Gegenteil – du trainierst deine sozialen Kompetenzen und lernst dich selbst besser kennen. Auch dein Selbstwert wird gestärkt, wenn du etwas Eigenes startest und dir etwas gelingt. Du merkst, was du kannst und wo deine Stärken liegen. Dies wird sich positiv auf den Bewerbungsprozess auswirken - du weisst eher, was du willst und kannst und strahlst mehr Selbstbewusstsein aus.

Du darfst gerne jederzeit schreiben.

Rebecca

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