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Habe mit Partydrogen aufgehört

Hallo, 

also hmm, ich bin 20, hab mit 14 angefangen zu saufen, mit 16 zu kiffen und mit 17 mit Partydrogen, so ziemlich alles was mir untergekommen ist. Kein Heroin, aber das ist ja auch keine Partydroge. Hauptsächlich Xtc, MDMA und LSD, gegen später dann Speed. Ab und zu Pilze, Kokain oder 2CB, hatte eine ziemlich schöne Zeit, habe ziemlich krasse Partys erlebt und fertige Leute kennen gelernt und hatte auch nen paar ziemlich beschissene Erfahrungen grade was Lsd angeht. Glaube ich habe immer noch Nachwirkungen davon, weiß aber auch nicht genau was davon kommt, oder was einfach schon immer in mir drinne war und deswegen jetzt da ist. Ich kann normal leben, ich hab nur Tage an denen alles scheiße ist und ich heulen könnte. Aber das ist glaube ich auch normal für mein Alter. Das Schlimme sind diese Deja Vus die ich kriege, in diesen Momenten bin ich so überzeugt davon, das alles schon einmal passiert ist, das es mir Angst macht und ich wirklich krankhafte Gedanken habe. Wahrscheinlich sollte ich mal mit jemanden professionellen drüber reden, aber ich hab da so weiß auch nicht, weiß nicht wo und wie und so.

Das andere ist, ich habe seit Februar keine illegalen Drogen mehr genommen, mir gehts super damit, ich vermisse nichts, ich liebe es klar zu sein. Nur manchmal gibt es Tage da habe ich so Lust darauf wieder. Und ich weiß genau ich will es nicht, aber es ist so eine schreckliche Lust danach und meistens geht es diese zu unterdrücken, und manchmal trink ich dann wieder richtig viel um die Lust darauf zu betäuben oder die Gedanken an Dinge die ich getan auf die ich nicht stolz bin.

Naja ich wohne mit meiner 'betsen' Freundin zusammen. Ich hasse sie oft mehr als das ich sie gern hab. Wir haben zusammen angefangen Partydrogen zu nehmen und sind uns darüber näher gekommen (freundschaftlich) aber haben uns auch von einander entfernt und entwicklen uns in verschiedene Richtungen. Unter anderem, weil ich Abstand von dieser Szene und den Drogen und den Leuten nehmen will und sie noch immer fast jedes Wochende konsumiert. Nunja und nun will sie wieder einmal einer Freundin zum ersten Mal XTC geben, mit der Begründung sie ist über 18 sie ist erwachsen sie weiß was sie tut. Das erse Mal, dass sie einer Freundin das gegeben hat, waren wir beide zusammen (im Nachhinein betrachtet nicht gut), diese Freundin hat angefangen jedes Wochende zu konsumieren, ihren damaligen Freund dazu zu bringen, wohnt nun in der gleichen Stadt wie wir auch, und macht auch fast jedes Wochenende Party. Die zweite der sie etwas gegeben hat, ist eine Freundin von ihr, die zum Glück etwas vernünftiger ist, vllt auch weil sie es ihrem Freund nicht sagen kann, jedenfalls nimmt sie nicht besonders häufig was. Jedenfalls möchte ich sie davon abhalten, der dritten nun auch noch was zu geben, aber sie versteht meinen Standpunkt nicht, ich glaube sie ist einfach viel zu sehr in dieser Scheinwelt drinne, aus der man erst rauskommt, wenn man wirklich mehrere Wochende/monate nichts mehr konsumiert hat auch nichts gekifft, was sie auch fast jeden Tag macht. Mich macht das völlig verrückt, ich bin enttäuscht von ihrer Unreife und habe auch Angst, dass ich nicht Stark sein kann.

Nunja eigentlich weiß ich, glaube ich, was ich tun muss/sollte, aber ich schaffe es glaube ich noch nicht. Liebe Grüße!

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Du bist stark!!

Liebe Himbeerbaum

Zuerst möchte ich dir gleich wiedersprechen... ;) Im Gegensatz zu dir denke ich sehr wohl, dass du stark sein kannst!!! Ich bin wirklich stolz auf dich, dass du seit Februar nichts mehr konsumiert hast. Wenn man mal so tief in der Szene drin war wie du, ist es gar  nicht so einfach da wieder raus zu kommen. Man hat sich an die Drogen gewöhnt und meist auch viele Freunde, die selbst konsumieren... deshlab ist es nicht einfach auszusteigen. Damit aufzuhören braucht einen starken Willen und Durchhaltevermögen. Und das hast du!!!! Du bist sträker und intelligenter als viele deiner Freunde. Das was du geschafft hast, hat wirklich ein Lob verdient.

Das du ab und zu total Lust hast auf das Zeugs kann vorkommen. In solchen Momenten empfehle ich dir dich abzulenken. Geh eine Runde Joggen, verabrede dich mit einer Freundin (die keine Drogen nimmt) fürs Kino, besuch deine Eltern, koch dir dein Lieblingsessen, belohn dich statt dessen mit einer tollen neuen Jeans. Wenn du dich ablenkst, dann wird es etwas einfach für dich den "Cravings" zu entkommen. Deine Tatktik, an Dinge zu denken, die du unter Drogeneinfluss getan hast und du jetzt bereust, kannst du natürlich auch anwenden - aber nur wenn du dich danach nicht vollkommen mies fühlst. Schaffst du es den Drogen zu widerstehen, wirst du am nächsten Tag stark fühlen.

Im Gegensatz zu deiner Freundin, hast du den Ausstieg geschafft. Während du dich weiterentwickelt hast und reifer geworden bist, ist sie in der Party-Drogen-Szene "stehen geblieben". Wenn man mit den Partydrogen aufgehört hat, ist es normal, dass man sich etwas Abstand von dieser Szene wünscht. Wenn du etwas Abstand von den Leuten hast, die ständig konsumieren, ist für die die Verführung  viel kleiner wieder Partydrogen zu nehmen. Deshalb ist es gut wenn du auch die Freundschaften mit Leuten pfelgst, die keine Drogen nehmen. Dass deine Freundin anderen Mädchen Partydrogen anbietet, kann gefährlich sein... Du hast selbst gesehen, dass dadurch andere Freundinnen abhängig geworden sind und du weisst selbst, wie schwierig es ist da wieder raus zu kommen. Deshlab finde ich es gut, dass du deiner Freundin klar gesagt hast, dass du es nicht gut findest, wenn sie anderen Freundinnen zu Partydrogen verführt. Du kannst deine beste Freundin allerdings nicht davon abhalten das zu tun...  Zudem kannst du  die anderen Mädchen warnen und ihnen von deinen eigenen schlechten Erfahrungen erzählen. Dadurch sehen die Mädchen, dass die Drogen nicht nur "Fun und Party" sind, sondern das es auch noch eine Schattenseite davon gibt, die deine beste Freundin natürlich nicht erwähnt hat.

Wenn du das Bedürnfis hast, mal mit jemand Professionellen zu reden, dann kannst du dich an die Drogenberatungsstelle in deiner Region wenden. Wenn du bereit dazu bist, dann zögere nicht dort mal anzurufen.  Du kannst auch das nächste Mal bei deinem Hausarzt über dein Befinden und deine Drogenkonsum in der Vergangenheit sprechen. Es braucht immer etwas Mut über solche Dinge zu reden, aber es kann wirklich gut tun und dir helfen.

Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem neuen Weg.

Laura