Ich bin sehr traurig

Bin sehr traurig manchmal will nur sterben und niemand sehen alles macht mich kaputt warum ist es so mit mir? Ich muss immer weinen habe voll suicid Gedanken habe angst alles zu verlieren

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Aus dem Traurigkeits-Kreislauf ausbrechen

Liebe Noélie

Es scheint mir, als stündest du wirklich vor einem grossen Berg Ballast, den du kaum zu überwinden vermagst. Ich verstehe, dass du oftmals traurig bist und es tut mir sehr leid dass du deshalb sogar Suizidgedanken hast und sehr oft weinen musst. Es kann echt frustrierend sein, wenn man so traurig ist, dass man nicht einmal mehr die nötige Kraft findet, um etwas gegen diese Traurigkeit zu unternehmen und man so nicht mehr aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann. Du sagst, dass du manchmal nur noch sterben möchtest, weil du so traurig bist und dass dich alles kaputt macht. Du hast Angst, alles zu verlieren und denkst, dass es keinen Ausweg mehr gibt. Doch da widerspreche ich dir ganz klar! Es gibt immer einen Ausweg und ich bin überzeugt, dass du aus dieser Traurigkeit wieder heraus kommst. Denn nur schon, dass du dich an uns gewendet hast zeigt mir, dass du etwas an deiner Situation ändern möchtest. Du brauchst lediglich etwas Unterstützung und eine Idee, wie man das überhaupt alles schaffen könnte. Doch dass du das schaffen kannst, davon bin ich 100%-ig überzeugt!!

Was ist es denn genau, das dich so traurig macht, dass du nur noch sterben willst? Kannst du deine Traurigkeit irgendwie einordnen, oder überkommt es dich einfach ohne die genauen Gründe für deine Traurigkeit zu kennen? Versuche dir zu überlegen, was es genau ist, was dich so traurig macht. Vielleicht schreibst du deine Gedanken auch in einem Tagebuch auf und notierst dir genau wann und weshalb du traurig bist, um deine Gefühle und Gedanken etwas einordnen zu können. Denn um etwas gegen deine Traurigkeit tun zu können, hilft es zu wissen, woher und wann sie kommt.

Häufig hilft es auch, wenn man über seine Gedanken und Gefühle sprechen kann. Versuche dich deshalb jemandem mitzuteilen (Eltern, gute Freundin, Bekannte, Geschwister, Vertrauenslehrer,...), dem du vertraust und demgegenüber du dich öffnen kannst. Überlege dir welcher Person in deinem Leben du dich anvertrauen könntest und berichte ihr über deine Situation. Sag ihr wie es dir geht und was in dir vorgeht. Vielleicht findet ihr ja gemeinsam heraus, was es genau ist, was dich so traurig macht und was man dagegen tun könnte. Auf diesem Weg erhältst du etwas Klärung über deine Gefühle und die Unterstützung von einer Zweitperson, die dir unter die Armen greifen kann. Du kannst dich mit dieser Person austauschen und sie kann dir stets zur Seite stehen und dich begleiten. Auch wenn du bestimmt eine Kämpferin bist - du musst da nicht alleine durch!

Versuche dir zudem immer wieder bewusst etwas Gutes zu tun. Überlege dir, was du gerne machst/unternimmst, wo du dich sicher und geborgen fühlst. Vielleicht könntest du dich auch von deiner Traurigkeit ablenken indem du einen positiven Ausgleich findest - zum Beispiel indem du raus an die frische Luft gehst, dich mit Freunden triffst, Sport treibst oder dich mit einem guten Buch in der Badewanne erholst. Sich abzulenken sorgt dafür, dass du wieder die nötige Kraft tanken kannst um aus dem Traurigkeits-Kreislauf auszubrechen und deine Gedanken auf das Positive zu lenken.

Wenn du trotzdem das Gefühl hast, dass du nicht weiterkommst oder du dich an niemanden wenden kannst, dann hole bitte Hilfe und wende dich beispielsweise an das Sorgentelefon (147 für die Schweiz). Du darfst dich natürlich auch hier wieder melden, falls du weitere Ratschläge brauchst.

Ich wünsche dir von Herzen alles, alles Gute und drücke dir die Daumen für deinen weiteren Weg! Ich weiss, dass du dieser Traurigkeit den Kampf ansagen kannst und es schaffen wirst! Gib nicht auf und versuche Hilfe anzunehmen und dich mitzuteilen, denn du musst da echt nicht alleine durch!

Herzliche Grüsse,

Ronja