Ich brauche Hilfe

Denn ich bin mir sicher das ich alleine nicht vom Ritzen loskommen werde. Es fing alles vor einem halben Jahr an, als es nur eine reine Neugier war. Meine Freundin ritzte sich und ich wollte wissen wie sich das anfühlt. Ein großer Fehler, denn kurz darauf machte mein Freund schluss. Ich machte weiter mit dem ritzen... In der Schule stürze ich ab und Freunde habe ich dort nicht wirklich, aber sie sagen alle das ich mich total von den anderen abgrenze.

Schließlich kam meine Familie noch hinzu. Mein Papa ist sehr selten da, aber wenn er da ist gibt es nur Streit. Es ist schrecklich wenn meine Eltern schreien und wenn meine Mutter anfängt zu weinen, weine ich mit. Mein Vater hat letztens erst gesagt sie würden sich trennen. Aber dabei hatte er keine Rücksicht, er sagte es als wäre es ihm egal... Ich habe es geschafft kurz mit dem ritzen aufzuhören, aber dann brach wieder alles zusammen.

Tja, ich habe nur so große Angst das meine Eltern es erfahren was ich tue. Sie würden mich sofort in Therapie schicken. Das möchte ich auf keinen Fall. Ich habe schon mit einem Freund darüber geredet. Er hat gesagt ich muss damit aufhörn und ich möchte ihn auf keinen Fall enttäuschen. Also was soll ich tun?

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Lass anderen eine Chance dir zu helfen

Liebe Vanessa

Du rufst um Hilfe und bist SICHER, dass du es nicht alleine schaffst. Und dann möchtest du auf keinen Fall in eine Therapie. Das ist ein Widerspruch. Deine Familie kann dir nicht helfen, deine Freunde können dir nicht helfen. Wir sind viel zu wenig nah bei dir, um mit dir das Ritzen abzustellen.

Ich sehe das auch wie du. Du brauchst Hilfe und zwar von einer Fachperson, die stärker ist als dein Drang. Eine Therapeutin, die dich so unterstützen kannst, dass du aufhörst, wie schon mal, und du das so halten kannst. Es ist nicht das Schlimmste, wenn deine Eltern erfahren, wie es dir wirklich geht. Das Schlimmste ist, wenn du dich von allen abgrenzt und Hilfe ablehnst. Lass deinen Eltern eine Chance, dich gern zu haben und dir mit einer Therapie zu helfen. Schliess sie nicht aus aus deinem Leben, sonst geht dein Vater im Gefühl, dir sei's egal.

bettina