Ich will immer betäubt sein

Hey leutz

ich wollt mal fragen: bin 16 und seit ich 9 bin nehm ich regelmäßig irgendwas um einfach betäubt zu sein. Ich kann nichts machen ohne zu wissen das ich irgendwas intus hab was mich nicht nüchtern durch die gegend laufen lässt. Egal was also egal ob alk, medis, drogen vorallem gras und xtc manchmal auch speed oder koks. Ich brauch das einfach und das gefühl bei klarem verstand zu sein ist für mich nicht erträglich. Es weiß niemand wie ich denke und es soll auch so bleiben. Meine Eltern sind viel unterwegs teilwiese seh ich sie wochen lang nicht. Es interessiert sie aber auch nicht was ich mach.

Woher kommt das? Ich will imer betäubt sein egal wann und wie. Ich muss immer das gefühl haben das ich mich irgendwie abgeschossen ahbe und völlig berauscht bin.

bin schon gespannt auf ne antwort. wäre cool wenn ich eine bekommen würde.

samu

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Gehirn und Körper haben nie gelernt, sich selber zu regulieren

Lieber Samu



Was du hier beschreibst, ist eine Drogenabhängigkeit, also eine Drogensucht. Je nach Droge und Menge wirkt der Konsum ja stimulierend oder entspannend. Ausserdem blockieren Drogen - da gehören auch Medis oder Alkohol dazu - schlechte, aber auch gute Gefühle. Und damit meine ich die "echten", eigenen Gefühle, nicht die, welche die Drogen produzieren. Abhängigkeit entsteht, weil sich dein Körper und dein Gehirn daran gewöhnen, dass du ihm diesen Stoff lieferst, der dein Stimmung beeinflusst. Das heisst, wenn du nichts konsumierst, fehlt etwas, das es für normales "Funktionieren" braucht. Wenn du schreibst, dass du seit 9 alles mögliche zu dir nimmst, hat dein Gehirn und Körper schlecht oder gar nicht gelernt, sich selber zu regulieren, also in den richtigen Momenten wach und fröhlich oder auch ruhig und entspannt zu sein. Das kam ja immer von aussen. Hinzu kommt, dass man sich Körper und Gehirn an die Drogen gewöhnen und darum für die gleiche Wirkung eine immer grössere Menge nötig wird.

Die Gründe für das Entstehen einer Drogenabhängigkeit sind verschieden. So wie du dein Verhältnis zu deine Eltern beschreibst, habt ihr keine enge Beziehung. Das ist schon Risikofaktor für Drogenabhängigkeit. Familiäre Strukturen und Bindung, mit familiären Regeln und Rollen, Kommunikation und Unterstützung ist etwas, das jedes Kind braucht, um sich gesund zu entwickeln. Wichtig ist immer, dass man sich selber und seinen Möglichkeiten und Fähgikeiten zutraut, mit dem Leben und den Aufgaben, denen man sich stellen muss, klar zu kommen, und zwar nüchtern. Das schlummert auch in dir.



Lieber Samu, ich hoffe, dass du mit den Drogen nicht weitermachen willst, denn die Folgen einer langjährigen Abhängigkeit sind hart. Ich rate dir zu versuchen, davon loszukommen. Und wenn du das wirklich versuchsen willst, hol dir professionelle Hilfe, sprich mit deinem Hausarzt, denn das wird eine grosse, aber gute Umstellung in deinem Leben sein. 

Liebe Grüsse, Kim