Kiffen

Hallooo :)

Ich habe auf dieser Seite schon mal geschrieben (verwirrt und glücklich) ;) Danke für die liebe Antwort, ich habe mich wirklich darüber gefreut....

Ich bin jetzt mit ihm zusammen, und es ist so schön...

Es ist jetzt etwa einen Monat her als wir das erste Mal etwas miteinander hatten, aber wir wissen nicht genau an welchem Tag wir zusammengekommen sind und es spielt keine Rolle für uns;)

Mit ihm schwebe ich auf Wolke sieben, es ist so natürlich einerseits, weil ich ihn jetzt fast 9 Monate kenne und schon diese Zeit über sehr gut mit ihm ausgekommen bin...

Wir sind bzw jetzt waren in der selben Klasse: er ist von der Schule geflogen vor drei Wochen...

Ich muss eben genauer drauf eingehen, damit Sie eine bessere Vorstellung von ihm haben:

Die Lehrer haben ihn immer geschätzt, weil er ein hochbegabter Musiker ist und einen wachen Verstand hat, ein interessierter, begeisterter junger Mann, der eigentlich soviel erreichen könnte... wäre nicht das Kiffen. Ich möchte an dieser Stelle genauer sagen, dass er eben GAR NICHT dem klischeehaften Bild eines Kiffers entspricht, der rumhängt und nichts macht und nicht nachdenkt.

Mit so einem Menschen könnte ich nämlich niemals etwas anfangen, nein, er braucht das anscheinend zum "Runterkommen"....

Er kifft täglich, teilweise zehn Joints am Tag.

Und unglaublich, wie es vielleicht klingen mag, er ist nicht dauerbekifft, jedenfalls merkt man ihm meistens nicht an, dass er gekifft hat, weil er es traurigerweise schon so gewohnt ist...

Er ist aus dem Grund von der Schule geflogen, weil er zu viele Absenzen hatte...

Seine Eltern machen sich grosse Sorgen um ihn und ich mir natürlich auch, ich will nicht dass seine Sucht ihn als Menschen verändert...

Ich habe ihn als Kiffer kennengelernt, und er hat mich von Anfang an begeistert, weil er ein Freidenker ist, intelligent... er weiss soviel, und das obwohl er ein Jahr jünger ist als ich ( ich weiss, das Alter sagt nichts aus ;), aber es ist schon überwältigend bei einem 17-jährigen Jungen der so reif ist). Er interessiert sich für die Welt, er kann so begeistert werden und hat wirklich wenig Vorurteile... er lässt sich immer wieder ändern und hat die Fähigkeit, sich immer wieder neu überraschen zu lassen...

Es ist so schade, dass er soviel kifft! Solange es unsere Liebe nicht allzu stark beeinflusst ist das auch nicht schlimm, aber ich möchte ihn einfach nicht verlieren!

Und vor allem ich möchte nicht, dass er verloren geht... vor allem jetzt dadurch, dass er jetzt nicht mehr in der Schule ist...

Er selber kommt nicht damit klar, obwohl er dieses System immer zutiefst verabscheut hat, es geht ihm sehr nahe, dass seine Eltern so verzweifelt sind!

Es ist schwer zu erklären, ich bin einfach fasziniert von diesem Jungen, wenn ich mit ihm zusammen bin und er mir sagt, dass er mich liebt und mich so toll findet, es ist einfach fast zu viel um es zu ertragen ;)

Ich hätte niemals gedacht, dass es so werden würde zwischen uns, vor allem mit einem jüngeren Jungen... Wir haben so oft zusammen geraucht, geredet, gelacht und diskutiert  von der Schule und von Menschen...

Und trotz allem, obwohl er als Kiffer bekannt ist, finden ihn sehr sehr viele irgendwie "speziell" und sympathisch und schätzen ihn. Vor allem für seine Intelligenz und seine Art, sich auszudrücken...

Es ist ihm nicht mal bewusst, dass er so eine aussergewöhnliche Wirkung hat, da er schönerweise ein bescheidener, lieber Junge ist, dem man wirklich nicht vorwerfen kann, arrogant zu sein...

Natürlich hat er auch negative Seiten wie alle Menschen, und nicht alle sind so gefesselt von ihm wie ich ;-)

Verstehen Sie, ich bin stolz jemanden gefunden zu haben wie ihn, der so aussergewöhnlich ist und sich nicht von den typischen äusserlichen Faktoren der Jugend beeinflussen lässt...

Ich würde gerne der Welt zeigen, was in ihm steckt und die Vorurteile gegenüber Kiffern mit seinem Wesen vergleichen...

Wenn ich mit ihm zusammen bin, fühl ich mich so sicher, ich bin eigentlich schon recht selbstbewusst und habe selber Lebenserfahrungen und viele Menschen gekannt...

Wir sind beide etwas verlorene, extrovertierte, musikbesessene Menschen, die sich nicht so recht unterordnen lassen....

Ich habe einfach Angst, dass er unter seiner Sucht verloren geht!

Ich entschuldige mich für diesen Roman, aber es hat so gut getan alles rauszuschreiben ;)

Was würden Sie denn zu meiner Situation sagen?

Liebe, liebe Grüsse ;)

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

an seiner Seite nicht alleine bleiben

Hallo AlissiaZunächst einmal freut es mich sehr für dich, dass du so glücklich bist in der Beziehung zu diesem Jungen und in ihm so viele positive Seiten erkennen kannst. Du beschreibst deinen Freund als einen intelligenten und vielschichtigen Menschen, der darunter leidet, dass er von der Schule geflogen ist. Deshalb glaube ich, dass es wichtig wäre, ihn einmal ganz offen auf sein Kiffen anzusprechen und mit ihm über die Gründe seines Konsums zu reden.

Meist geht es beim Suchtmittelmissbrauch um eine Art Flucht vor der Realität. Du kannst versuchen, mit ihm herauszufinden, worum es bei ihm geht, welche unangenehmen Wahrnehmungen und Gefühle er mit seinem Konsum zu vermeiden versucht. Du schreibst, dass er das Kiffen braucht, um "runterzukommen". Was meint er wohl damit?

Vielleicht ist es auch hilfreich, wenn ihr zusammen mal eine Art Kosten-Nutzen Liste macht, in der ihr die Vorteile des Kiffens aufschreibt, andererseits aber auch die Nachteile notiert. Welchen Preis zahlt dein Freund für das Kiffen (z.B. Abbruch der Schule, geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt, mögliche Arbeitslosigkeit usw.)? Möchte er das wirklich? Vielleicht ist es auf diese Weise möglich, dass dein Freund sich so mit seinem Kiffen auseinander zu setzen beginnt und vielleicht eines Tages zur Entscheidung kommt, dass der Nutzen des Kiffens geringer ist als seine Kosten.

Letztlich wird er sich entscheiden müssen, wie er sein Leben leben möchte. Du kannst ihn unterstützen, in dem du dich mit ihm und seinem Konsum auseinandersetzt und die Diskussion darüber anregst. Du darfst ihn auch spüren lassen, dass du dir Sorgen machst, dass er dir in seiner Sucht abhanden kommen wird oder ganz verloren geht. Sage ihm, dass du dies nicht hinnehmen willst! Er hat mit dir an der Seite die beste Voraussetzung, dem Kiffen den Rücken zu kehren. Wenn du kannst, mache ihm Mut und zeige ihm, dass du bereit bist, mit ihm gegen die Sucht zu kämpfen.

Falls sich dein Freund entschliessen sollte, mit dem Kiffen aufzuhören, ist es für dich sehr wichtig, dass du nicht alleine an seiner Seite bist. Du wirst viel Kraft brauchen und zusammen mit deinem Jungen auch Rückschläge ertragen müssen. Für solche Momente gibt es professionelle Hilfsangebote und die Unterstützung von Suchtberatungsstellen, die ich dir (für ihn oder dich) empfehlen kann. Wenn du für die Suche einer geeigneten Fachstelle Hilfe brauchst, schreib mir einfach wieder, ok?

Ich schicke dir in Gedanken viel Kraft! Sprich mit ihm und sage ihm alles, was du mir geschrieben hast. Deine Worte werden ihn bewegen, da bin ich mir sicher - und hoffentlich so sehr, dass er versteht, worum es geht.

Liebe Grüsse

Larissa

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