Mache mir immer Sorgen!

Hi, 

Das klingt lächerlich, aber ich mache mir immer Sorgen. Ich weiß, dass es unbegründet ist, aber wenn meine Eltern zum Beispiel einen Ausflug machen bekomme ich Panik, dass ihnen etwas passiert.

Im Moment ist meine Schwester in Tschechien und jetzt habe ich halt wieder diese Angst. Dass es ihr nicht gut geht, dass ihr etwas zustößt oder sie sich irgenwie in Gefahr begeben könnte. Und es ist nicht so, als ob ich total Realitätsfremd bin, aber das macht mich irre, weil ich diese Angst irgendwie nicht abstellen kann.

Liebe Grüße,

Diana

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Überprüfe, wie realistisch deine Sorgen sind

Liebe Diana

Das tönt überhaupt nicht lächerlich. Es gibt einige Leute, die damit zu kämpfen haben, dass ihnen alles Mögliche Sorgen bereitet. Das ist gar nicht so einfach, weil, man muss sich immer wieder selber davon überzeugen, dass das 'nur' Gedanken sind. Ich habe dir ein paar Tipps, die du mal ausprobieren sollst, um deine Sorgen zu überdenken. Hinterfrage deine Sorgen und Ängste nach dem Wahrheitsgehalt und dem Realitätsbezug. Wie realistisch ist die Vermutung, dass deiner Schwester in Tschechien eher was zustösst als irgendwo sonst, tatsächlich? Du kannst auch weiter gehen, gibt es Beweise dafür, dass deine Vermutungen oder Annahmen stimmen? Weiter kannst du folgendes machen: Wenn du merkst, dass du in einer Situation sehr sorgenbelastet interpretierst, stell mal alle möchlichen rationalen Erklärungen für ein Ereignis auf. Zum Beispiel, wenn deine Eltern einen Ausflug machen, stell mal alle Möglichkeiten auf, wie ein solcher Ausflug zu Ende gehen könnte. Und anschliessend übertrage nach realistischer Wahrscheinlichkeit in ein Tortendiagramm alle Möglichkeiten. Du wirst sehen, dass der Teil, was alles Schlimmes passieren kann verschwindend klein ist, zu dem Teil, was sie alles Schönes erleben können an so einem Tag. Es gibt ja auch nicht nur schwarz und weiss, sondern tausend Varianten, die durch die übermässige negative Bewertung völlig in den Hintergrund rücken.

Die Frage bei deinen Sorgen ist ein bisschen, wie sehr sie dich einschränken. Wenn du dich auf nichts mehr konzentrieren kannst und sie dich sehr beeinflussen in deinem Alltag, überleg dir mal eine kognitive Verhaltenstherapie in Anspruch zu nehmen. Das ist in dem Fall eine sehr hilfreiche und gar nicht so zeitäufwändige Methode (oft reichen ca. 10 Sitzungen), um die Sorgen loszuwerden!

Alles Gute 

Claire

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