Schlafprobleme

Hallo zusammen



Ich habe seit längerem Schlafprobleme, meinHausarzt hat mir auch schon Medikamente dagegen (und gegen meine depressive Verstimmung) verschrieben, doch in letzter Zeit nützt auch das nichts mehr. Ich habe oft, vor allem in den frühen Morgenstunden, das Gefühl wach zu sein und z.T. die Augen offen. Dann schaue ich auf die Uhr, meistens aber auch nicht, und dann warte ich die ganze Zeit darauf, dass mein Wecker klingelt anstatt die Zeit zu nutzen und weiterzuschlafen. So bin ich dann immer müde und schlapp was sich wiederum negativ auf meine Stimmung auswirkt. Habs schon mit Meditation versucht, bis jetzt aber keine wirkliche Verbesserung...



Danke für eure Tipps!

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Therapie und Schlafhygiene

Liebe Dixie

Was Du erlebst, nennt sich Früherwachen oder auch Durchschlafstörung. Das ist ein häufiges Symptom bei depressiven Verstimmungen. Und das eine verschlimmert das andere und umgekehrt, es ist ein Teufelskreis. Das ist sehr anstrengend und zermürbend und leider auch verbreitet. Schlafmedikamente wirken da nur kurzfristig, wie Du selber gerade erlebst. Das heisst, dass vermutlich erst wenn die depressive Verstimmung richtig behandelt wird, das Früherwachen abnimmt. Ich würde Dir raten, eine Psychotherapie zu beginnen. Eine Therapie gegen die depressive Verstimmug oder eben auch erst mal eine kurze Therapie gegen Schlafstörungen. Medikamente gegen Depressionen können wirken, aber oft müssen Arzt und Patient eine Weile lang verschiedene ausprobieren, um das richtige zu finden, denn jeder Mensch funktioniert ein bisschen anders. Ein Psychiater ist darin besser ausgebildet als ein Hausarzt. Eine Therapie hilft aber meist langfristiger und hilft grundsätzlich, mit Schwierigkeiten im Leben besser umzugehen.

Hast Du schon probiert, einfach aufzustehen und den Tag gemütlich zu beginnen? Es ist nicht gut, zu lange im Bett zu bleiben, wenn man nicht schlafen kann. Klar, Du bist müde und zur Zeit nicht gerade voller Energie, aber im Bett schläfst Du ja auch nicht weiter. Dein Körper sollte "Bett" und "wachliegen" nicht miteinander verknüpfen, denn dann werden Schlafprobleme mit der Zeit schlimmer. Du kannst auch auf das Sofa wechseln, Tee trinken und etwas lesen. Wenn Du dann nochmals kurz einschläfst, ist das ja auch in Ordnung. Hast Du Informationen zum Thema Schlafhygiene vom Arzt bekommen? Falls nicht, informiere Dich darüber, das kann Dir zusätzlich helfen.

Ich denke, Meditation ist ein sehr guter Weg. Ich würde da an Deiner Stelle dranbleiben. Wie so vieles braucht es eine Weile bis man genug "trainiert" hat und in schwierigen Zeiten einen echten Nutzen spürt.

Ich wünsche Dir alles Gute, liebe Grüsse

Mika

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