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Wie kann ich ihm helfen?

hi. habe ein problem: ein freund von mir tut sich selbst weh und ist depressiv. hat ocd und hat auch suizid gedanken. ich will ihm helfen doch ich weiss nicht wie. er will reden und er will auch dass ich ihm helfe, aber ich weis einfach nicht wie.

seine eltern wollen ihn zu einem psychiater stecken, doch das will er nicht. Er hat Angst, dass wenn dann alle wissen, was er hat sie ihn zurück weisen und auch das sie ihn vielleicht einweisen.

das nächste ist, dass er mit 15 der einzige in unserem alter ist, der sich als schwul geautet hat und er hatte kurze zeit einen freund aus seiner klasse, doch der war sich nicht sicher ob er auch schwul ist und jetzt hat er ihn wieder zurück gewiesen. ich will ihm so dringend helfen. ich habe angst, dass er sich etwas antut, weil er auch davon redet, dass der gedanke an selbstmord zu einem vertrauten begleiter seiner selbst wird. das klingt für mich alles sehr hoch depressiv.habt ihr vielleicht eine idee wie ich ihm helfen kann?? danke schon mal.

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Frag ihn, welche Unterstützung er sich von dir wünscht

Liebe Eva

Ich an deiner Stelle würde mir auch Sorgen um deinen Freund machen. Wenn jemand sagt, dass die Suizidgedanken sein ständiger Begleiter sind, würde ich auch Angst um ihn haben. Ich finde es toll von dir, dass du dich um deinen Freund kümmerst und ihm helfen möchtest. Für ihn ist es schön zu wissen, dass es Menschen in seinem Umfeld gibt auf die er zählen kann. Menschen die ihn so akzeptieren wie er ist, mit all seinen Problemen. Sag ihm, dass er dir wichtig ist, du für ihn da bist und immer ein offenes Ohr für ihn und seine Probleme hast. Du kannst ihm auch noch sagen, dass du ihn so gern hast wie er ist, egal ob schwul oder nicht schwul. Er wird sich sicher freuen das zu hören. Sag ihm direkt, dass du dir Sorgen um ihn machst und du ihm gerne helfen möchtest, aber nicht weisst wie. Frag ihn, welche Unterstützung er sich von dir wünscht. Er weiss selbst am besten, was ihm gut tun würde und welche Hilfe er sich momentan wünscht.

Dein Freund hat wirklich einige Probleme und ein Psychiater könnte ihn dabei unterstützen seine Probleme etwas in den Griff zu bekommen. Der Besuch beim Psychiater ist anfangs immer mit Unsicherheit und Angst verbunden. Aber schlussendlich ist es gar nicht so schlimm;), sondern kann einem wirklich gut tun und helfen. Vielleicht gelingt es dir ja deinem Freund die Angst vor dem Psychiater zu nehmen, so dass er sich trotzdem entscheidet dorthin zu gehen. Er muss keine Angst haben, dass seine Eltern oder andere Menschen etwas von seinen Problemen erfahren, wenn er das nicht will. Der Psychiater steht nämlich unter Schweigepflicht!! Die Eltern werden nur informiert, wenn dein Freund einwilligt und die Erlaubnis dazu gibt. Zudem wird man nicht gegen seinen Willen in eine Klinik gesteckt. Wenn jemand in eine Klinik geht, dann passiert das aus freiem Willen. Einzige Ausnahme ist, wenn jemand "akut suizidal" ist - dann kann man ihn in eine Klinik einweisen. "Akut suizidal" ist jemand, wenn er dem Therapeuten nicht versprechen kann, dass er sich bis zur nächsten Therapie-Sitzung nicht das Leben nimmt. Unter solchen Umständen kann jemand gegen seinen Willen in die Klinik eingewiesen werden - das versucht man aber so gut als möglich zu verhindern. Du kannst deinem Freund anbieten ihn zum Psychiater zu begleiten und dann draussen auf ihn zu warten. 

Danke, dass du für deinen Freund da bist. Er wird das sehr schätzen. 

Laura