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Wie soll ich meine Trauer verarbeiten?

hi, ich bins der Linus, ich bin 16.Vor einem Jahr, ist eine ganz wichtige Person in meinem Leben gestorben und ich weiß jetzt echt nicht mehr weiter. Ich weiß nicht wie ich meine Trauer verarbeiten soll. Keiner nimmt mich ernst, das einzige was ich immer höre, ist das ich mir immer viel zu viele Gedanken über das ganze mache und dass das nicht normal sei....Ich war vor ein paar tagen am Friedhof und hab einfach angefangen, das grab zu suchen weil ich noch nie die Chance richtig hatte um mich auf meine Art und Weiße zu verabschieden...doch leider hab ich das Grab nicht gefunden der Friedhof ist einfach viel zu groß. Aber meine Eltern wissen auch nicht genau wo das Grab liegt. Das einzige was ich weiß ist, welcher Friedhof es ist. Was soll ich tun?? Ehrlich gesagt möchte ich gerne zu einen Psychologen gehen, aber ohne das das meine Eltern wissen. Ich würde gerne mal über meine Trauer mit jemanden reden können...ich fresse das ganze jetzt schon ein Jahr in mich hinein und werde damit einfach allein nicht mehr fertig! Bitte bitte helft mir irgendwie. Ich hab auch schon versucht mit anderen Personen denen ich vertrauen kann darüber zu sprechen, aber da hab ich auch nur gehört das ich übertreibe und das man nach einem Jahr über so etwas schon hinweg sein sollte....Seit dem erzähle ich niemanden mehr etwas. Bitte nehmt ihr mich wenigstens ernst ich hoffe das ihr mein Problem das für mich mittlerweile jetzt schon rießig ist verstehen könnt.

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Gefühle ausdrücken und dich nochmals auf "deine Art und Weise" verabschieden

Lieber Linus

Du musst keine Angst haben... ich nehme dein Problem ernst. Wenn man einer seiner liebsten Menschen verliert, ist diese Person oftmals nicht nach einem Jahr wieder vergessen. Die Lücke in deinem Leben besteht immer noch und an der Tatsache, dass diese Person nicht mehr zurück kommt, hat sich immer noch nichts geändert. Und das zu begreiffen und zu verarbeiten, kann manchmal sehr lange dauern und ist mit viel Trauer verbunden. Es gibt Leute die können besser mit solchen Situationen umgehen, andere leiden mehr darunter. Deshalb verstehen dich viele Leute leider nicht. Weil dich andere nicht ernst genommen haben, hast du aufgehört zu sprechen und frisst nun deine ganze Trauer in dich hinein. Aber das ist eigentlich genau das Falsche!!!! Die Trauer sollte eigentlich aus deinem Körper gehen... und sich nicht darin festsetzen. Deshalb finde ich es wichtig, dass du deine Gefühle rauslassen kannst. Wenn du mit keiner Person aus deinem Umfeld reden kannst, dann schreib es auf. Wie wärs, wenn du der verstorbenen Person einen Abschiedsbrief schreibst? Schreib auf was du ihm noch sagen wolltest, warum du ihn vermisst, wie du dich fühlst, welche Lücke er hinterlassen hat... schreib alles nieder, was dir auf dem Herzen liegt. Wenn du deine Gefühle aufschreibst, kann dir das helfen deine Trauer etws zu verarbeiten. Zudem finde ich es auch ganz gut, wenn du nochmals das Grab suchst... Du kannst auch bei jemanden anrufen, der weiss wo das Grab liegt, zb. bei den Eltern oder Geschwister dieser wichtigen Person. Geh zum Grab und überleg dir wie du von ihm Abschied nehmen möchtest... zb. eine Kerze anzünden? Entwickle dein persönliches Ritual...

Wenn du zum Psychologen willst, ohne dass es deine Eltern erfahren, dann lass dich von deinem Hausarzt überweisen. Aber da deine Krankenkassenkosten von deinen Eltern übernommen werden, kann es sein, dass sie durch die Krankenkasse Kenntnis davon bekommen. Die Ärzte und Psychologen stehen jedoch unter Schweigepflicht. Wenn du mit jemanden reden möchtest, gibt es noch eine andere völlig anonyme Methode, nämlich die Telefonseelsorge. Die Telefonnummer findest du im Internet, einfach mal bei Google eingeben.

Laura