das war mir die sache aber wert!!

hey ich bin gerade zum ersten mal hier...

ich bin 23 jahre bei mir läuft aber alles drauf und drüber, meine mutter trinkt seit dem ich 12 jahre bin, mit 16 hat mich meine damalige vertauenslehrerin zum judendamt gebtracht, weil ich damals öfters mit blauem auge und alles in der schule gekommen bin..(meine mutters freund damals selber alkoholiker und denn gewaltbereit),die haben aber damals nicht reagiert..

meine mum und ich waren denn im frauenhaus die ihr auch endlich geholfen haben von ihm und der trinkerei los zukommen,sprich ich musste umziehen meine freunde verlassen und die schule wechseln...das war mir die sache aber wert!!

nach ein paar jahren hat meine mum einen neuen typen kennen gelernt "trockener alkoholiker",sie war selber nie trocken

als sie kennen gelernt hat haben sich die sachen überschlagen, alle beiden fingen wie wild an zu trinken, immer wenn ich nach hause gekommen bin oder angerufen habe waren sie sturzbesoffen...ich selber kam nicht mehr ran und hatte immer angst vor den ferien wenn ich nach hause musste..selbst meine verwandtschaft hat mir anfangs nicht geglaubt..das war ein scheiß gefühl,vorallem als die beiden geld geklaut haben um sich noch mehr kaufen zu können,zum schluß wurde ich immer als dieb dargestellt..nach 2 jahren ist meine mum mit 38 jahren nochmal mutter geworden (verhütung war ihnen zu teuer),für mich ein absoluter schock!!!

ich habe meine schwester gleich ins herz geschlossen..deshalb war ich auch zu dumm und naiv und habe den beiden von meinem bisschen immer geld fürs baby gegeben....weil sie hatten ja nichts,wie ich leider zu spät rausgefunden habe, haben die es versoffen,jetzt ist meine mum von ihm getrennt aber die trinkerei hat nicht aufgehört!!

ich bin total verzweifelt ich habe deswegen mein abi geschmissen um bei meiner schwester zu sein,eine lehre gemacht,das berufsfeld hasse ich..das es nur zum weinen ist öfters..aber ich will für meine schwester da sein... sie ist so jung und ich kann nicht weg...mein exfreund hat meine mum sogar schon beim jugendamt deswegen angezeigt,aber es kam keine reaktion!!

meine familie reagiert nicht,die sagen immer "deine mum hat gesagt es geht ihr wieder gut" und hinter ihrem rücken sind sie immer nur am lästern!!

ich weiss nicht mehr was ich machen soll!!!mit prospekten von selbsthilfegruppen reagiert sie nicht und mit mir dahin will sie nicht...

ich weiss nicht mehr weiter,mit ihr reden kann ich nicht,ich hab nen scheiß job,scheiß leben und werde andauernd nur von ihr beleidigt...ich habe einfach keine lust mehr,bin ziemlich am ende mit meinen kräften,weine nur noch,ich habe auch riesen angst um meine schwester..ich weiss einfach nicht mehr weiter

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Nicht aufgeben - der Schwester zu liebe

Liebe Franzi

Wow, du bist eine echte Kämpferin. Du steckst ein, wenn du siehst, dass etwas Wichtiges damit gewonnen werden kann. Ich nehme an, du bist die Lebensversicherung für deine Schwester. Du bezahlst einen sehr hohen Preis, aber du kannst dich nicht aus der Verantwortung stehlen.

Du hast schon alle üblichen Wege ausprobiert, um die Situation deiner Schwester zu verbessern. Fachleute haben sich nicht eingeschaltet, Verwandte drücken sich und deine Mutter lässt sich nicht helfen.

Vielleicht musst du einen Knaller landen, damit sich etwas in die richtige Richtung bewegt. Wie wäre es, wenn du ganz offiziell bei der Behörde das Sorgerecht für deine Schwester beantragst? Du bist volljährig, du bist verantwortungsbewusst, du bist eigenständig. Du hast sehr viele Voraussetzungen dafür. Wenn so ein offizielles Gesuch eingereicht wird, MUSS das Jugendamt die Situation untersuchen. 

Mit einer solchen Aktion könntest du dich auch aus der unseligen Rolle befreien, deiner Mutter ständig zu helfen bei etwas, was du nicht gut findest. Auch deine Mutter würde vielleicht genug erschrecken, um sich endlich in eine Behandlung zu begeben. Wenn ich deine Schilderungen lese, glaube ich nicht mehr an Worte und nettes Zuhören, da musst du mal ganz mutig einen Lösungsvorschlag machen, bei dem den lästernden Verwandten der Mund offen bleibt.

Mach etwas, etwas Heftiges und befreie dich aus der Ohnmacht. Diese ohnmächtige Hilflosigkeit macht dich depressiv und kraftlos. Warte nicht, bis jemand dir hilft. Setz etwas in Bewegung, damit alle sich mit der Sorge um deine Schwester befassen müssen und es nicht mehr allein auf dich abschieben können. Oder wenn sie es dann abschieben, dann sollen sie es so tun, dass du auch echt die Verantwortung übernehmen kannst.

Kämpf weiter für deine Schwester und sorg dafür, dass du eine bessere Position hast und dich aus der Hilflosigkeit in eine aktive Rolle bewegst.

© 2019  IOGT Schweiz

Alle Rechte vorbehalten