ich will nicht mehr sein

hi zusammen

Ich weiss nich genau wie ich anfangen soll. Also... Ich fing mich vor etwa einem jahr an zu ritzen. Seither geh alles abwärts. Ich bin einsam... Ich hab irendwie keine freunde mehr. Meine mama hat rausgefunden das ich mich ritze, hat aber nix unternommen. Sie wollte das ich ihr verspreche das ich damit aufhöre, mehr nicht. Ich will nicht mehr sein. Habe schlafstörungen. Mein Kopf fühlt sich an als ob die ganze welt steine darauf werfen würde.... Ich habe schon 9 Aspirin geschluckt, es wurde mir nur schwindlig und schlecht. Ich will tot sein... helft mir irgendwie.

unsichtbar

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

dich wieder sichtbar machen

Liebe Unsichtbare

in deinen Zeilen spüre ich ganz tiefe Traurigkeit und Einsamkeit. Es geht alles abwärts und du kannst es nicht mehr aufhalten. Deine Mama merkt nicht, wie schlimm alles schon ist und lässt dich auch weiter schlittern. Du kannst nicht mehr schlafen und deinen Kopf kriegst du auch nicht mehr frei für andere - oder sogar positive - Gedanken. Und weil niemand merkt, wie schlecht es dir geht, fühlst du dich wie unsichtbar. Oder vielleicht auch wie eine Wand getrennt von den anderen. Und vielleicht fühlst du dich nur noch lebendig, wenn du dich ritzt und den Schmerz fühlst oder das Blut siehst?

Ich finde es ganz stark und auch ganz wichtig, dass du dich hier gemeldet hast! Weil es nämlich so einfach nicht weiter gehen kann. Alles, was du beschreibst, haben Menschen, die aus lauter Traurigkeit und Einsamkeit krank werden. Wenn es einem so schlecht geht wie dir, dann braucht man Hilfe, um da wieder heraus zu kommen. Das schafft man kaum mehr alleine. Dazu braucht man Hilfe von jemandem Professionellem. Jemand, der sich auskennt damit und dir aus diesem Loch wieder heraus helfen kann. Dass du für dich und die anderen wieder sichtbar und spürbar wirst!

Es ist ganz wichtig, dass du diesen Schritt noch machst und dir wirklich helfen lässt. Du kannst dich an einen Erwachsenen wenden, den du gut magst und dem du vertraust. Sage ihm, er solle mit dir professionelle Hilfe suchen. Vielleicht magst du deiner Mutter sagen, wie schlecht es dir geht? Hast du eine Lehrerin, die du magst? Oder du kannst auch zur Schulpsychologin und die soll dir weiter helfen. Oder bei einem Mädchenhaus anrufen. Beides muss deine Mutter nicht unbedingt erfahren.

Falls du mir nochmals schreiben magst, wo du wohnst, so werde ich dir gerne helfen, jemanden zu suchen. Dann müsstest du mir einfach auch deine Mailadresse mitschicken, so dass ich dir nicht "öffentlich" antworten muss.

Mach diesen nächsten Schritt noch, dass du spürst: du bist nicht alleine!

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