meine Mama ist in Alkoholikerin

hallo ich hab ein problem.meine mama ist alkoholikerin und seit 4 monaten in terapie.wenn ich manchmal im fernsehen beträge über alkoholiker sehe kommt alles wieder hoch.ich habe angst meiner mutter von meinen ängsten zu erzählen. für sie ist das schon schwer genug.seit der sache trinke ich nicht mehr viel alkohol und meide jeden kontakt zu freunden die meiner meinung nach zuviel alkohol trinken.ich weiß nich wie ich damit klar kommen soll.hoffe ihr könnt mir tips geben wie ich besser damit umgehen kann.

michaela

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

vertrauen lernen

Liebe Michaela

ich kann mir gut vorstellen, dass du dich noch ganz wacklig fühlst. Deine Mutter hat einen grossen Schritt gemacht und geht in Therapie, weil sie ihr Trinken und ihr Leben ändern möchte. Das ist für sie ganz neu und schwierig - darum möchtest du sie ja auch nicht belasten - und das ist aber auch für dich ganz neu und schwierig! Auch wenn ihr sicher beide froh seid darüber, wie es jetzt läuft: nach "nur" vier Monaten hat man noch wenig Vertrauen ins neue Leben. Du denkst sicher noch oft an "die alten Zeiten" und fragst dich, ob das wohl wieder kommt. Am Anfang sucht man auch nach den kleinsten Anzeichen für einen eventuellen Rückfall.

Weisst du, das ist immer für alle eine extrem anstrengende Zeit und eigentlich geht es jetzt darum, langsam zu vertrauen, dass es so bleibt: ohne Alkohol, ohne Versprechungen und Enttäuschungen... einfach all das, was vorher war und das man sich jetzt ganz weit weg wünscht.

Zu diesem Zustand gehört oft auch, dass man sich von all den anderen, die Alkohol trinken, distanziert. Es ist dann fast egal, ob jemand "normal" oder zuviel trinkt - der Alkohol soll einfach möglichst weit weg.

Vieleicht möchtest du mal mit jemandem über diesen anstrengenden Zustand reden? Dann melde dich doch mal an der Fachstelle für Alkoholprobleme, an die deine Mutter geht. Die meisten Fachstellen haben auch Angebote für Angehörige, so dass du ein- oder mehrmals dorthin gehen kannst und deine Sorgen abladen kannst.  So kannst du mit jemandem reden, der deine Situation kennt und weiss, wie anstrengend es ist, Tochter zu sein von einer abhängigen Mutter.

Wenn du nicht weisst, wohin du dich wenden könntest, so schreibe mir nochmals mit Ortsangabe und ich werde dir helfen, etwas zu finden. Ich würde dein Mail dann nicht veröffentlichen.

Kopfhoch!