seit 3 Monaten ritzen

Hallo, seit ca. 3 Monaten ritze ich mich schon... am Anfang war es noch nicht so schlimm, jedoch werden die Wunden immer wie tiefer & öfter.

Das Ganze ist so, dass ich seit Januar 2010 Tabletten nehme mit starken Nebenwirkungen.. die meisten Personen bekommen dabei Depressionen.

Bei mir war am Anfang alles ok und ich hatte keine Probleme. Aber mit der Zeit dachte ich am Abend über mein Leben nach & fragte mich immer und immer wieder 'Wieso lebe ich?'.

Ich habe alles, was ich brauche und bin mit meinem Leben glücklich.. aber jeder kleine Fehler, den ich mache, gibt mir das Gefühl nichts zu sein.

Mitte März lernte ich einen Jungen kennen und verliebte mich in ihn. Wir sind zusammen gekommen, aber unsere Beziehung lief sehr schlecht. In dieser Zeit war es so schlimm, dass ich immer wieder ein Messer an meinen Hals gelegt habe und zuschneiden wollte. Als wir uns trennten, ging es mir richtig schlecht...

Ich habe keine Ahnung was los ist.

Ich brauche umbedingt Hilfe und habe mir schon gedacht zum Schulpyschologen zu gehen.

Bitte helft mir! Danke.

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

professionelle Hilfe

Hallo Jessica

Was du beschreibst, tönt allerdings nicht so gut. Du hast richtig erkannt, dass du Hilfe brauchst. Ich denke, dass es eine sehr gute Idee wäre, wenn du dich an den Schulpsychologen wenden könntest. Er kennt sich mit deinem Problem aus und wird dir auch nicht das Gefühl geben, dass du dich dafür schämen müsstest oder so.

Du sagst, dass du mit deinem Leben im Grossen und Ganzen zufrieden seist. Das freut mich sehr für dich, dass du trotz deiner Schwierigkeiten auch noch das Schöne erkennen kannst. Das gelingt nicht allen in deiner Situation und ist bestimmt eine Stärke von dir. Auch dass du so genau weisst, was dir das Gefühl gibt, nichts zu sein, wird dir helfen, wenn du zusammen mit dem Psychologen dein Problem angehst.

Auch wenn das Ritzen im Augenblick Erleichtertung bringt, ist es nicht die Lösung, um mit der aufgestauten Anspannung fertig zu werden. Aber das weisst du ja schon selber. Ich glaube dir, dass es dir schlecht ging bei der Trennung von deinem Jungen. Ich hoffe, dass du mit der Zeit merken kannst, dass es dir besser geht, wenn du nicht in einer Beziehung steckst, die so schlecht läuft, dass du mit den Gedanken stets beim Messer bist.

Was nimmst du denn für Medikamente, die Depressionen verursachen? Musst du die wirklich nehmen oder ginge es auch ohne? Ich an deiner Stelle würde noch einmal mit dem Arzt reden, der sie dir verschrieben hat. Vielleicht gibt es ein ähnliches Medikament, das diese Nebenwirkungen, die du nun wirklich nicht brauchst, nicht hat. Was meinst du?

Ich wünsche dir, dass du es schaffst, dich an den Schulpsychologen zu wenden. Du brauchst wirklich professionelle Hilfe. Für jemanden allein ist das Problem einfach zu gross. Wenn es dir gut tut, darfst du auch hier gerne wieder schreiben.

Liebe Grüsse

Larissa

© 2019  IOGT Schweiz

Alle Rechte vorbehalten