© 2019  IOGT Schweiz

Alle Rechte vorbehalten

wünsche mir ein Leben ohne Drogen

Hallo zusammen

Ich schildere euch nun mal meine Situation.

Ich bin 18 Jahre alt und rauche seit ca. 1.5 Jahren täglich Marihuana. Ich merkte schnell, dass das rauchen von Marihuana mir persönlich nicht gut tut. Ich mache nichts mehr aus mir, lerne nicht mehr für meine Ausbildung und bin fast nie zu Hause. Letzte Woche habe ich Kokain probiert und gleich am selben Wochenende mir ein Gramm davon geholt. Am Samstag hatte eine gute Freundin von mir Geburtstag und wir nahmen Ecstasy. Es war mein erster Tripp und der ganze Abend eskalierte. Ich hatte mir mit einem scharfen Messer vier mal tief in den Arm geschnitten, weil ich einfach Lust danach hatte. Ich werde von allen Junky genannt und heute dachte meine Klasse gleich, dass ich mir Heroin gespritzt habe wegen dem Verband.

Ich besuchte früher eine Psychologin jedoch habe ich die Therapie schnell abgebrochen, weil ich nicht damit klargekommen bin, dass ich mit einer wildfremden Person über meine Probleme, Sorgen und Ängste sprechen muss. Ich würde gerne meiner Mutter alles beichten. Sie weiss, dass ich kiffe jedoch nicht von den anderen Sachen. Sie darf auch davon nichts erfahren, da mein Vater drogensüchtig war und es sie schon belastet, dass ich kiffe. Ich würde liebend gerne mit ihr reden, jedoch ignoriert sie mich seit einer Woche. Wenn ich nach Hause komme und ihr ein Küsschen geben möchte, zieht sie ihren Kopf zurück, sagt mir jedesmal ich seie selber schuld, dass alle mich beleidigen und ist total aggressiv mir gegenüber, da ich nichts im Haushalt mache und nur unterwegs bin. Ich würde liebend gern im Haushalt mithelfen und meine Ausbildung gut machen, jedoch fehlt mir einfach für alles die Motivation. Meine Ärztin und Psychologin meinten das beste wäre ein Entzug. Meine Mutter tobte und war natürlich strikt dagegen, da in ihren Augen Marihuana nicht süchtig machen kann. Ich stehe mit meinen Sorgen völlig alleine da, bin überfordert und weine nur noch die ganze Zeit. Wenn ich mit einer Freundin darüber reden möchte, werde ich nur für mein Verhalten fertig gemacht. Ich bin völlig verzweiflet und weiss einfach nicht was ich machen soll. Ich fühle mich auf dieser Welt total fehl am Platz. Alles was ich mache ist falsch. Ich möchte so gerne wieder ohne Drogen leben können, jedoch komme ich nicht davon weg. Ich danke euch jetzt schon für die Ratschläge, bitte helft mir !

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Mach deinen Wunsch zur Wirklichkeit

Liebe Christina

Du rauchst schon seit einer längeren Zeit Marihuana und würdest gerne davon los kommen, da du selbst merkt welchen negativen Einfluss es auf dich und deine Motivation hat. Stattdessen gelangst du immer tiefer in den Drogen-Strudel und experimentierst auch mit harten Drogen wie Kokain. Ich muss dir nicht sagen, dass Drogen sehr gefährlich sind und einen Menschen verändern können. Das hast du bereits am eigenen Leib erfahren. Deine Motivation ist im Keller, du lernst nicht mehr und verletzt dir sogar die Arme während eines Trips. Du wünschst dir wieder ohne Drogen leben zu können. Das ist auch möglich!!! Von den Drogen weg zu kommen ist hart, aber es ist durchaus machbar!!! Wenn du es dir so sehr wünschst, davon wegzukommen, dann hör damit auf! Je früher du damit aufhörst, desto einfacher ist es. Verlier nicht den Glauben an dich selbst. Denn wenn du es wirklich willst, wirst du es auch schaffen. Ob du das auf eigene Faust machst, oder im Rahmen eines professionell begleiteten Entzuges ist dir überlassen. Lass dich nicht durch die Entzugs-Abneigung deiner Mutter verunsichern oder gar davon abhalten. Die Ärzte haben ebenfalls empfohlen einen Entzug durchzuziehen, deshlab sehe ich keinen Grund weshalb du keinen Entzug machen sollst. Nur wenn du von den Drogen wekkommst, wird es dir gelingen dein Leben wieder in den Griff zu bekommen und genügend Motivation für all die Dinge im Alltag (Haushalt, Schule) aufzubringen. Lass deinen Wunsch nicht nur ein Wunsch bleiben, sondern mach ihn zur Wirklichkeit, deinem neuen Leben - ein Leben ohne Drogen.

Über dein Problem würdest du gerne mit jemandem reden. Wenn du mit deinen Freunden über dein Drogen-Problem redest, dann kritisieren sie dein Verhalten. Aber du kritisierst dein Verhalten ja selbst - du findest es auch nicht toll, dass du dir all die Drogen reinziehst. Welche Hilfe würdest du dir von deinen Freunden wünschen? Mit deiner Mutter würdest du gerne reden, aber kannst nicht, da du nicht möchtest, dass sie über all die anderen Drogen, die du nimmst Bescheid weiss. Es ist deine Entscheidung ob du sie in dein Geheimnis einweihen willst.Trotzdem belastet dich ihre abweisende Haltung. Darüber solltest du mit ihr in einem günstigen Moment mal sprechen. Aber nicht wenn du high oder sonst auf Drogen bist.  Ihr Mann war drogenabhängig und wenn sie eine Abneigung gegen Drogen entwickelt hat, ist das ein sehr häufiges und normales Verhalten. Wahrscheinlich kommt auch daher ihre abweisende Haltung. Wenn du am Abend bekifft nach Hause kommst, merkt deine Mutter auch, dass du anders bist. In einem günstigen Moment würde ich mit deiner Mutter nochmals die Themen Abweisung, Entzug und Haushalt besprechen. Um euer Zusammenleben etwas angenehmer zu gestalten und deine Mutter zu entlasten, biete deiner Mutter Hilfe im Haushalt an. Du schreibst ja selbst, dass du das eigentlich gerne tun würdest, aber dir die Motivation dazu fehlt. Such dir die Arbeit im Haushalt aus, die dir am meisten Spass macht. Vielleicht macht es dir Spass ab und zu mal zu kochen, oder du findest es gar nicht so übel zu Staubsagen während deine Liebllingsmusik auf dem Ipod läuft. 

Auch wenn es dir schwer fällt, dich fremden Menschen zu öffnen, kann psychologische Hilfe sehr unterstützend sein. Wenn dir deine Psychologin nicht sympathisch ist, dann zögere nicht den Psycholgoen zu wechseln. Such dir jemanden dem du vertraust und den du magst. Ich wünsche dir viel Kraft, dass du deinen Wunsch erfüllen kannst!!

Laura