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zusammensein aber ist es Liebe?

Hallo ihr Lieben,

im Moment ist gerade viel Gefühlsduselei, aber eben ist mir etwas klar geworden. Ich fange aber mal "von vorne"an.Vor einigen Jahren bin ich umgezogen,habe einen neuen Jungen kennen gelernt,der mein bester Freund wurde.Er gestand mir Jahr für Jahr seine Liebe und in den Sommerferien habe ich ihn nie gesehen und sehr vermisst und habe mir dann iwie gedacht,dass ich ihn vllt doch liebe. Aber letztendlich frage ich mich,ob ich mir das vllt nur eingeredet und eingeprägt habe. Naja,wir sind zusammen gekommen,aber ich glaube,ich habe ihn gar nicht wirklich geliebt,es ging immer mehr von ihm und den anderen aus "Ihr wärt so ein süßes Paar.." Nach 6 Monaten und allgemein vielen Zweifeln habe ich dann Schluss gemacht,weil mir eines morgens so viele Sätze&Gründe im Kopf waren, die ich auch aufgeschrieben habe,warum ich nicht mit ihm zsm sein-&Schlussmachen will. Das hat ihn sehr getroffen. Seit wenigen Monaten haben wir wieder Kontakt,weil wir uns einig waren,dass wir trotzdem oft aneinander denken und uns vermissen.Die Treffen waren super,er hat mir auch gefehlt,ohne ihn lief auch alles nicht so gut und oft spielten iwie mädelsgruppenausschließungsgefühle eine Rolle. Vorher als ich ihn hatte,war das überhaupt nicht so,da hatte ich ihn und den Rest hab ich nicht so gemerkt,erst später ist mir aufgefallen,dass das scheiße ist... Seit diesen Zeiten und auch noch Problemen mit meinen Eltern ,denke ich manchmal,dass ich auch iwie Depressionen oder/und Persönlichkeitsstörungen habe. Meine Persönlichkeit ist iwie das größte Problem,aber ein paar Ursachen (Mama,..) habe ich schon herausgefiltert.Manchmal erkenne ich mich nicht wieder.

Zurück zum Jetzt,dieser Freund von mir hat gestern bei mir übernachtet und wir waren schon ziemlich paarmäßig.Ich konnte ohne seine Nähe gar nicht einschlafen und wir haben öfter ziemlich gekuschelt/händchengehalten,ich hätte ihn auch küssen können und war mir in diesen Momenten eig sicher,dass ich ihn doch liebe und nicht nur Freundschaft will-weswegen ich ja eig Schluss gemacht habe.Aber heute ist ein neuer Tag und auch Begenungen mit anderen Jungs und schwupps weiß ich gar nicht mehr,wen&was ich will. Das nimmt mich gerade aber sehr mit,klingt ziemlich Normal,aber ich glaube,dass es an mir,also wirklich an mir,an meiner Persönlichkeit liegt.Ich habe etwas üPersönlichkeitsstörungen gelesen und das würde ziemlich viel Lücken in meiner kurzen Vergangenheit schließen. Ich interessiere mich für Psychologie,aber ich glaube,es wäre echt gut,einen Psychologen zu haben... Aber andererseits tu ich auch auf normal und könnte das gar nicht meinen Eltern sagen. Ich habe mir übrigens schon vorgenommen,iwann wenn ich erwachsen bin (18-20),zu einem Psychologen zu gehen. Könnt ihr mir iwie gerade helfen,tut schon gut,dass zu schreiben,rauszulassen und einen Kommentar zu bekommen,danke.

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Persönlichkeit ausbilden

Hallo Taylor

Du kannst sehr gut über deine Gefühle und Gedanken berichten und es ist auch gut, wenn du Antworten auf deine Fragen suchst. Ich lege dir aber ans Herz, nicht alles direkt zu glauben und auf dich anzuwenden, was im Internet steht. Die wechselnden Gefühle in Beziehungen und Unsicherheiten, ob du deinen Freund liebst oder nicht, sind überhaupt nicht Zeichen einer Störung, sondern ein Zeichen von deiner gesunden Entwicklung im Jugendalter.  

Wenn du deinen Ex-Freund so vermisst hast, auch nach einem Jahr und du dich sehr wohl in einer Beziehung mit ihm fühlst, spricht nichts dagegen es noch einmal zu probieren. Dazu musst du auch nicht in jeder Sekunde davon überzeugt sein, dass es die richtige Entscheidung ist, Zweifel gehören zu jeder Beziehung, erst recht, wenn man sich noch nicht für immer festlegen will - und ja auch nicht muss.

Du hast das Gefühl, dass du nicht bei jedem Menschen gleich bist - glaubst du denn, irgendwer ist das? Jeder Mensch hat verschiedene Facetten an sich, die von unterschiedlichen Personen je nach dem herausgeholt oder verstärkt werden. Wenn du mit deinem Lehrer sprichst, redest du vielleicht höflich und über fachliche Themen, mit einer Freundin aber vielleicht über Jungs und kannst anders sein. Das ist doch total normal! Auch verschiedene Freunde haben diesen Effekt. Vielleicht finden die einen gewisse Themen interessanter und lustiger als andere, dann kannst du witziger sein, und andere Freunde sind vielleicht seriöser, dann kannst du tiefgründigere Gespräche führen, ohne die ganze Zeit zu scherzen. Was du da beschreibst, ist eine sehr gesunde Entwicklung deiner Persönlichkeit, die noch lange nicht vollendet ist. Persönlichkeitsstörungen werden übrigens erst ab dem Erwachsenenalter diagnostiziert, weil Schwankungen im Jugendalter eben genau zur gesunden Entwicklung gehören - man muss die Persönlichkeit erst noch ausbilden, dafür probiert man auch verschiedene Stile und Richtungen aus. Dass du das so gut merkst und an dir beobachten kannst, ist lediglich ein Zeichen dafür, dass du ein sehr aufgewecktes und kritisches Mädchen bist, dass sich interessante Gedanken macht.

Wenn du wirklich das Gefühl hast, es täte dir gut, einen Psychologen aufzusuchen, weil du stark leidest, kannst du das jederzeit. Auch Jugendliche unter 18 haben das Recht, zu einem Psychologen zu gehen, der immer unter Schweigepflicht steht - auch den Eltern gegenüber.

Liebe Grüsse

Claire