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angst mit ihnen darüber zu reden

Mein Vater hat vor längerem ein Alkoholproblem gehabt!meine mutter und ich haben ihm gesagt er solle damit aufhören, was er auch gemacht hat!aber jetzt hat er wieder angefangen!ich habe im keller haufenweise alkohol gefunden!leere bierflaschen und anderes!ich habe meinen eltern damals gesagt dass wenn das nochmal vorkommt dass ich dann gehe!weil sie dadurch auch mein leben zerstören!ich habe aber auch angst mit ihnen darüber zu reden!am liebsten möchte ich weggehen und zu meinem freund ziehen!ich würde nicht weggehen wenn es das erste mal wäre aber da es das dritte mal ist dass sie anfangen zu trinken ist es was anderes!bitte helft mir!ich weiss nicht mehr weiter!sophia

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Mut brauchst du immer

Liebe Sophia

Kannst du dir wirklich vorstellen von zu Hause weg zu gehen, ohne vorher mit deinen Eltern gesprochen zu haben? Dein Vater hat einen Rückfall. Es ist schon der Dritte, das ist viel und trotzdem hat er es jeweils wieder geschafft aufzuhören. Du schreibst, "sie" fangen an zu trinken, es ist nur dein Vater, oder ist es gleichzeitig auch deine Mutter? Wenn deine Mutter mit trinkt, macht sie einen grossen Fehler, sie hilft deinem Vater nicht damit. Du hast Recht, wenn du den Rückfall nicht einfach weg steckst und entschuldigst. Wehr dich, du lässt dir dein Leben nicht zerstören, auch damit hast du Recht.

Ob ausziehen die richtige Lösung ist, kann ich von weit weg nicht beurteilen. Was immer du für dich entscheidest, ist es wichtig, dass du deinem Vater klar machst, dass er wieder aufhören kann und soll. Er hat es schon früher gemacht, er kann es auch jetzt wieder. Vielleicht kann er nicht für immer aufhören zu trinken, vielleicht hat er hie und da wieder Rückfälle. Das ist nicht das Schlimmste, manche schaffen es nur so, aber dafür schaffen sie es immer und immer wieder. Das ist viel besser als total abstürzen. Aber es ist nicht so gut, wie du es am liebsten hättest. Gib deinem Vater weitere Chancen, egal wo du wohnst, er bleibt dein Vater und du seine Tochter. Sag ihm, dass er aufhören soll zu trinken, am besten jetzt, hier und heute, weil du weisst, dass er es kann, er hat es ja schon früher bewiesen.

Liebe Sophia und wenn du dann noch etwas für dich machst, dich selber verwöhnst, dir etwas zu Liebe tust, dann lässt du dir dein Leben wirklich nicht zerstören, sondern schaust zu dir. Ich wünsche dir ganz viel Mut dazu