Das Problem suchen oder es nicht wahrhaben?

Seit einer Weile beschäftige ich mich immer wieder mit der selben Frage. Muss ich mit dem Kiffen aufhören? Ich bin 20ig und kiffe jetzt schon eine Weile, meinen ersten Joint hatte ich mit 13.

In der Sekundarschule hats ein bischen angezogen, hab da ab und zu mal was mit Freunden gekauft und immer mal wieder gekifft. In der Ausbildung wurde es dann zur "Sucht". Ich habe immer wieder gekifft und auch das Verlangen nach dem High sein verspürt. In der Rekrutenschule habe ich das erste Mal wieder Pause gemacht, habe unter der Woche nicht gekifft nur am Wochenende (vor der RS kiffte ich täglich +-10 joints unter der Woche und am wochenende mehr). Nach der rs begann das Arbeitsleben, ich kiffe immer noch täglich aber nur nach dem arbeiten und höchstens 3 Joints am Abend. Am Wochenende ists immer noch viel! Ich weiss das das Kiffen nicht gut und gesund ist, aber irgendwie fehlt mir der richtige Grund damit aufzuhören.

1.Ich habe bis jetzt alles was ich erreichen wollte ohne grosse Schwierigkeiten gemeistert (Sekundarschule, Ausbildung, Rekrutenschule durchgezogen)

2. Ich kenne mitlerweile viel Leute (auch viele ältere Leute) die immer noch viel kiffen und damit zurecht kommen

3. Ich weiss das das Kiffen und Rauchen meine Gesundheit beeinträchtigen aber mich schaderts nur schon beim gedanken 90 jahre alt zu werden. 70 würde bei genüge reichen und solange sollts schon passe ;-)

4. Ich "weiss" (seit der RS) das ich mit dem Kiffen aufhören kann oder es stark reduzieren kann wenn es sein muss!

Das Einzige was mich an mir anfängt zu stören ist das ich unter der Woche ein wenig lasch werde. ich mache wen möglich mit Freunden ab und habe es au immer Lust nur wen ich alleine bin das werde ich zur Kartoffel ;-)

Also zu meiner Frage. Suche ich bei mir nur ein Problem oder erkenne ich es noch nicht richtig? An dieser Stelle wollte ich noch danke sagen für eine so tolle Idee! Grosses Lob an alle die beteiligt sind! PS: meine Frage hat nicht 1. Priorität, micht nimmts nur sehr wunde was andere darüber denken, ich habe bis jetzt noch nie so klar darüber gesprochen.

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Problem noch nicht richtig erkannt!!

Lieber Lunaris

Du suchst bei dir sicher kein Problem, denn das Problem ist da!! Du bist Canabisabhängig. Du kiffst täglich mehrere Joints und das schon seit du 13 bist. Das ist wirklich viel!! Ich bin froh, dass du unter der Woche nicht mehr 10 Joints konsumierst und das Kiffen wenigstens ein bisschen reduzieren konntest. Der untere Link ist ein Test zum Canabiskonsum, zum Schluss bekommst du ein Feedbacck. Füll ihn doch mal aus, dann hast du noch eine zweite Meinung, die deinen Konsum beurteilt.

http://www.drugcom.de/selbsttests/cannabis-check-wie-riskant-ist-dein-cannabiskonsum-selbsttest-fuer-kiffer/

Es gibt viele Gründe, warum du mit dem Kiffen aufhören sollst. Du investierst siche  sicher viel Geld und Zeit in das Kiffen. Rechne doch mal zusammen wie viel Geld du monatlich für dein Gras ausgibst...  Dann gibt es noch all die gesundheitlichen und psychischen Folgen. Das Problem bei den Nebenwirkungen von Canabis ist, dass man sie nicht sofort merkt, sondern sie meist erst nach einigen Jahren auftreten... das kann ganz plötzlich kommen!! Bei dir hat sich das erste Symtom bereits eingeschlichen. Deine Antriebslosigkeit ist sehr wahrscheinlich eine Folge des Kiffens.  Diese Antriebslosigkeit kann sich unter Umständen auch noch verfestigen und die Interesselosigkeit  und Verlust der Tatkraft können sich auf deinen Job auswirken. Das Kiffen ist auch schlecht für die Gedächtnisfunktion. Zu den psychischen Folgen gehören in erster Linie Konzentrationsstörungen, verminderte Aufnahmefähigkeit und generell Lernschwierigkeiten. Viele Canabis-Konsumenten berichten auch über Psychosen. Eine häufige Psychoseart ist die Schizophrenie, das ist eine Krankheit bei dem die Menschen beispielsweise plötzlich Stimmen hören. Solche Psychosen brechen erst später, meist zwischen dem 20. und 30. Lenensjahr aus. Starker Cannabiskonsum beeinträchtigt die Lungenfunktion. Zudem ist die Gefahr von Lungenkrebs erhöht, da der Cannabisrauch mehr Teer bzw. krebserregende Stoffe enthält als eine vergleichbare Menge Tabakrauch. Das sind nur einige mögliche Folgen von Cannabis. Ich könnte dir noch viel mehr Gründe nennen, aber das sind einige der wichtigsen Gründe. Ich hoffe du findest die Motivation und die richtigen Gründe, um mit dem Kiffen aufhören zu können. Einfach wird es sicher nicht, aber wenn du es geschafft hast, kannst du stolz auf dich sein!!

Laura

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