Fühle mit im Leben nicht mehr wohl

Guten Abend liebes Team

ich bin weiblich,17 Jahre alt und wohne in der Schweiz... Ich schreibe Ihnen/euch, da ich in letzter Zeit eine Art Schübe von starker Traurigkeit/tw fast Panik empfinde, da ich das Gefühl habe, mich in meinem Leben nicht mehr wohl zu fühlen.

- Ich habe mich stark von meinen Eltern entfremdet. Ich bin ein Einzelkind aus einem geschiedenen Haushalt und wir kamen immer gut klar, aber seit ich in einer ersten sehr ernsten Beziehung bin (seit 1.5 Jahren) läuft vieles schief. Beide akzeptieren meinen Freund, kommen aber mit vielen Dingen nicht klar und versuchen sich einzumischen (wenn ich ihn "zu oft" sehe, dass er kifft, dass er momentan keinen Job findet). Aber auch ausserhalb meiner Beziehung habe ich besonders mit meiner Mutter Ptobleme. Ich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu ihr. Das Problem ist, dass sie oft nicht extrem einfühlsam, sehr tough und auf sehr viele Dinge extrem gereizt reagiert. Ich mache sicherlich einige Dinge falsch (bin sehr vergesslich und man kann sich deswegen nicht immer auf mich verlassen), aber sie reagiert sehr übertrieben, besonders wenn man sich ihrer Meinung nach im Ton vergreift (sie gab aber selber schon zu, dass sie da hypersensibel ist). Ich ertrage es einfach nicht mehr, es gibt nichts schlimmeres und kraftraubenderes als mit ihr zu streiten da sie stark auf einem herumhackt, jedes Wort auf die Goldwaage legt usw usf. Ich weiss nicht was ich noch tun soll.

-Ich bin im 2. Letzten Jahr im Gymnasium. Die Zeit ist sehr hart für mich, ich muss zwar nicht übermässig viel lernen in den meisten Fächern, dennoch ist es sehr anspruchsvoll und energieraubend, diesen Weg zu gehen. Ich fühle mich nicht wohl, beisse aber die Zähne zusammen, da ich weiss dass ich in 1.5 Jahren frei bin und hoffentlich die Maturität haben werde...

-In der Schule bin ich in einer Clique, in welcher ich mich wohl fühle, ich habe auch eine beste Freundin, welcher ich sehr nahe stehe. Doch seit einem halben Jahr ist alles anders, da neue Leute in die Klasse gekommen sind. Sie verbringt die Wochenenden lieber mit ihrem neuen besten Freund im Ausgang (siebist schon achtzehn), und es wirkt auch, als kann bezüglich gewisser psychischer Probleme nur er sie verstehen. Ich kam immer damit klar, dass ich kaum Freunde von vor dem Gymnasium habe und sie eher viele, sie wohnt auch mit einer Freundin zusammen, aber es verletzt mich, zu spüren, dass sie sich nun auch noch in der Schule ein wenig von mir abwendet. Wir haben bereits darüber gesprochen, aber es hat sich kaum etwas geändert. Ich mag ihren neuen Kumpel, doch ich sehe uns nicht wirklich als Trio (im Gegensatz zu den anderen beiden) da ich mich eben ein bisschen "ausser vor" betrachte.

-Und zuletzt meine Beziehung... Mein Freund ist mein Fels in der Brandung, er fängt mich auf, schenkt mir Zeit und Aufmerksamkeit und Geborgenheit. Ich habe Mühe, mit seiner Vergangenheit umzugehen (er ist 5 Jahre älter und hatte schon SEHR viele sexuelle Kontakte etc). Zudem habe ich auch Mühe damit dass er kifft (viel, in letzter Zeit täglich) und dass ich das Gefühl habe, dass er sich mir gegenüber zwar so stark wie möglich öffnet, das aber immer noch sehr wenig ist. Er scheint mir sehr zu vertrauen, dennoch haben wir des Öfteren Mühe, ernste Diskussionen zu führen oder sogar über Probleme zu reden ( er ist ein witziger und herzlicher Mensch, doch ich möchte auch mal ernste Dinge bereden können!) Ich weiss aber nicht, was ich von ihm bzgl dieser Probleme verlangen kann/soll/muss/darf... :/

Tut mir Leid für die Flut an Problemen, ich hatte nur gerade einen Heulkrampf und musste alles loswerden, da ich mich eben im Moment mit niemamdem 100% vetraut fühle...

ich hoffe, ihr habt Eorte der Beruhigung oder einen Rat für mich.

liebe Grüsse Jodie

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

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Liebe Jodie-       Die Streitereien mit deiner Mutter klingen wirklich energieraubend! Dass du dich in deinem Alter von deinen Eltern etwas entfremdest, ist aber normal. Du bist in einem Alter, wo du dich beginnst, von deinen Eltern abzulösen. Da kann es auch vorkommen, dass man häufiger mit den Eltern streitet, denn für die ist es bestimmt nicht leicht, dass du langsam erwachsen wirst und sie weniger brauchst. Trotzdem sind die Streiteren schwierig für dich. Du könntest versuchen, ein Gespräch mit deiner Mutter zu suchen und ihr zu erklären, was diese Konflikte bei dir auslösen. Sag ihr, wie du dich fühlst und was du dir von ihr wünschen würdest. Bleibe bei dir und versuche, ihr keine Vorwürfe zu machen. Wenn es dir leichter fällt, könntest du das Ganze auch in einem Brief schreiben.-       Super, dass du es im Gymnasium schon so weit geschafft hast! Der Weg zur Matur ist wirklich sehr anstrengend, aber dafür wird es umso toller für dich sein, wenn du es geschafft hast. Weisst du schon, was du danach tun willst? Wie willst du dich belohnen, wenn du die Matur bestanden hast? Ziele und Pläne könnten es dir leichter machen, den harten Weg bis dahin durchzustehen.-       Es ist doof, dass du dich als drittes Rad fühlst in dieser neuen Gruppe. Deine beste Freundin und ihr bester Freund sehen euch als Trio, aber für dich fühlt sich das nicht so an. Gewisse Dinge verbinden ihn und sie stärker. Gibt es denn auch Dinge, die dich und deine beste Freundin verbinden? Gibt es Sachen, die ihr gerne zusammen unternehmt oder Themen, über die ihr gerne redet? Wenn ja, dann versuche das zu fördern. Gibt es in deiner Klasse noch andere Leute, die du magst? Dann könntest du diese Person/Personen auch in eure Gruppe einschliessen. Dreier-Konstellationen sind nämlich oft schwierig.-       Was dein Freund betrifft – schön, dass du jemanden gefunden hast, der dir Halt gibt! Er ist älter und hat schon viele sexuelle Erfahrungen gemacht. Das musst du versuchen zu akzeptieren. Seine Vergangenheit gehört zu ihm und die macht ihn zu der Person, die er jetzt ist. Und nun ist er ja mit dir zusammen, unabhängig davon, wie viele Frauengeschichten er in der Vergangenheit hatte. Auch was das Kiffen angeht, kannst du ihm keine Vorschriften machen. Zu kannst ihm klar zu verstehen geben, dass du es nicht gut findest und du dir wünschen würdest, dass er weniger/gar nicht kiffen würde. Und was die ernsten Diskussionen betrifft – vielleicht braucht er noch mehr Zeit, um sich stärker zu öffnen. Das ist ja nicht bei allen Personen gleich, manche brauchen sehr viel Zeit dafür. Vielleicht sagt ihm das auch nichts und er ist nicht die Person, die mit anderen über Probleme oder ernste Themen spricht. Dann kannst du das leider auch nicht ändern, wenn es zu seiner Persönlichkeit geht. Du musst für dich merken, inwiefern das alles für dich stimmt und ob du mit der ganzen Situation umgehen kannst.Du fühlst dich in vielen Bereichen deines Lebens nicht wohl. Versuche dir viel Gutes zu tun und Dinge zu unternehmen, die dir Spass machen. Hast du Hobbies? Wenn ja, dann gehe diesen nach. Und finde heraus, was dir gut tut, wenn es dir gerade schlecht geht – sei es Musik hören, Sport treiben, Lesen, an die frische Luft gehen, ein heisses Bad nehmen, Malen, Kochen… Schaffe dir Zeiten, in denen es nur um dich geht und in denen du dich wohl fühlen kannst.Rebecca

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