abends Schlafmittel, morgens speed

Hallo ihr, 

erstmal cool, dass ihr so eine plattform aufgebaut hat. Das gibt schon mal mut, dass es jmd. gibt an den man sich wenden kann, vorallem anonym und zudem ernstgenommen wird.

zu mein(en) problem(en)... ich denke dass ich an meinen grenzen bin. mache seit einem jahr eine ausbildung im sozialen bereich . fühle mich in der einrichtung und in der umgebung überhaupt nicht wohl, habe aber schon erfolglos versucht zu tauschen. da ich 23 bin und dies nicht meine erste ausbildung ist, ist das alles nicht so einfach. ich meine, es ist wirklich das was ich machen will, aber ich habe manchmal den eindruck, dass es für mich zu viel ist. mein team verlangt viel. es geht nur ums funktionieren. wir sind so unterbesetzt, dass krank sein nicht drin ist und ein schlechter tag haben sowieso nicht. mit den leuten reden bringt nichts. man wird nur zu nichte gemacht. es ist wirklich so. ich habe schon in einigen jobs geschafft, aber sowas hab ich noch nie erlebt. tortzdem ist mir die ausbildung wichtig. ich versuche alles zu geben. ich habe unglaublich viel überstunden und arbeite zu den unhumansten zeiten. ich gebe alles ohne dass es reicht. um dies alles zu erleichtern nehme ich seit über einem halben jahr drogen. abends schlafmittel um zu schlafen, morgen upper ( speed, ritalin) , tagsüber tavor, diazepam. ab und zu mach ich ein tag pause. das erste halbe jahr war so schlimm, mithilfe von speed ist meine leistung wenigestens besser geworden. schulisch läuft es dagegen gut. ich rede mit meinen freunden nicht über das problem. nur mit meinem freund. aber der ist wirklich abhängig. ich weiß nicht was ich machen soll. es wächst mir alles über den kopf. abrechen kann ich wirklich nicht, denn dann steh ich wieder da und der job ist zudem das einzige was oich wirklich will. ohne die drogen geht es aber nicht. ich bin oft gereizt und traurig, breche in tränen aus etc. ich weiß nicht ob ich ein fall für den psychiater bin. ob es einen weg gibt mit einer medikamentösen therapie mich wacher zu machen. das ist ja mein größtes problem. diese ständige müdigkeit, die ich schon immer hatte, immer. meine grenzen was drogen an geht haben sich so erwetert, dass ich sogar schon heroin genommen habe, was ich wirklich nie wollte, aber es war mir egal und danach sowieso. es kam nur 2mal vor, was gut ist, aber ich habe manchmal echt angst, dass wenn das alles so weitergeht, die drogen noch mein einziger halt sein werden, denn alles andere macht sowieso keinen sinn mehr :-(

ich hoffe ich hab auch nicht allzu sehr zu getextet und ihr könnt mir einen rat geben. ich möchte die nächsten 2 jahre wirklich noch durchziehen.

grüße leni

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Deine Grenzen sind längst überschritten

Hallo Leni

Ich glaube dir, dass du diese Ausbildung fertig machen möchtest. Leider sind aber alle Gefühle und Zustände, die du hier schilderst von den psychoaktiven Substanzen verfälscht. Ich frage mich, wie würde Leni wirklich fühlen, wenn sie ganz auf sich selber hören würde und nicht beeinflusst wäre durch Drogen?

Sich unwohl fühlen, sich überfordert fühlen, Angst, Traurigkeit, einen Riesenberg vor sich sehen, sich ausgelaugt und schlapp fühlen - ja - so ist das sicher. Aber wieviel davon ist die Wirkung der Drogen? Was wäre dein Leben wirklich, wenn all diese Aufputsch- und Beruhigungsmittel wegfallen würden?

Du fragst nach einem Rat und ich kann dir nichts anderes sagen, als kehre zu dir selber zurück. Steig aus diesem Teufelskreis der Drogen aus, der dreht sich immer schneller, das hast du selber schon bemerkt und die Wirkung wird unberechenbarer. Wenn du wirklich eine Ausbildung fertig machen willst und dein Leben so gestalten willst, dass du zufrieden bist, dann verlass dich auf deine eigenen, echten Fähigkeiten und dein Stärke. Lass die Krücken weg. Vielleicht brauchst du eine Psychologin oder einen Psychiater, die dich dabei unterstützen. Ich wünsche dir sehr, dass du wieder du selber wirst!

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