dazu noch drogen...

Hallo esther ich weiss nicht wie ich anfangen soll... also der Doktor hat gesagt die alkohol vergiftung wäre nicht tödlich also sie würde überleben aber ihre Leber oder ja wie das auch heisst...wäre geschädigt weil sie zu viele gifte irgendwie in ihrem körper hatte... und das schlimmste ist er hat mich gefragt ob sie drogen näme...ich war so geschockt er sagte sie hatte spuren von drogen in ihrem blut...ich bin so entäuscht ich fass es nicht ich hab nie gesehen wie sie drogen nahm ...ich hoffe das der doktor falsch gesehen hat weil sonst...!!!!! Ich weiss echt nicht was zu tun ich habs mit meiner lehrerin gesagt das ich ein paar tage frei nehmen möchte um mich zu entholen und meine kolegin zu besuchen...weil ich bin echt am boden zerstört, bin müde und meine nerven sind am ende ich könnte einfach heulen mir geht es so schlecht wegen ,meiner freundin... also die nachricht ist zugleich erfreulich weil sie überlebt und auch schlecht wegen ja ich wills nicht sagen!!

Ich möchte so gerne all das vergessen was passiert ist und zwar sofort...

looli

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

der Boden unter den Füssen

Liebe Looli

das ist tatsächlich Berg- und Talfahrt, was du da erleben musst!

Du darfst dir keine Vorwürfe machen, dass du nicht gemerkt hast, dass deine Freundin Drogen nimmt. Sie hat sich vielleicht geschämt dafür und hat das vor dir versteckt. Oder es war nur an diesem Abend, wo sie dann vielleicht gerade wegen dieser Mischung umgekippt ist. Und darüber reden wollte sie sicher nicht, weil dann hätte sie ja etwas dagegen machen müssen.

Wenn deine Freundin regelmässig Drogen genommen hat, so ist das zwar schlimm - aber das heisst nicht, dass das der Anfang vom Ende ist. Sicher unternehmen nun die Ärzte und sonstigen Betreuer alles, um deiner Freundin wieder zu einem drogen- und alkoholfreien Leben zu verhelfen.

Ich kann das gut verstehen, dass dich das Ganze so mitnimmt. Du magst deine Kollegin ja und du möchtest ihr auch helfen - da fühlt man sich dann manchmal schon sehr hilflos.

Jetzt darfst du einfach dich selber nicht vergessen! Du musst jetzt vor allem dir selber schauen! Mache gerade jetzt Dinge, die dir sonst Spass machen: tanzen, Sport, lesen, was auch immer... auch wenn es dir eigentlich nicht so drum ist! Oder mache lange Spaziergänge, wo du versuchst, mit deinen Gedanken bei dir zu bleiben. Denke an schöne Dinge, die du erlebt hast mit deiner Familie oder anderen Freunden. Schicke Gedanken an deine Kollegin konsequent weg: die können später wieder kommen. Sei aufmerksam, was du auf dem Spaziergang hörst oder siehst. Achte auf deinen Atem oder auf deine Schritte. Bleib auch mal stehen und schliesse die Augen. Versuche dich zu spüren von Kopf bis Fuss.

Weisst du, du darfst dir Sorgen machen um deine Freundin und ihr weiterhelfen wollen. Aber gerade jetzt darfst du den Kontakt zu dir selber nicht verlieren.

Wenn du das Gefühl hast, dass du alleine mit deinen Sorgen nicht klar kommst, so rede mit anderen darüber. Mit der Lehrerin oder deinen Eltern - oder auch mit jemandem vom Jugendamt. Die können dir auch viele Infos geben oder mit dir darüber reden, wie du deiner Freundin am besten hilfst. Vielleicht wird ja deine Freundin auch vom Jugendamt betreut?

Ich wünsche dir den Boden unter deinen Füssen zurück! Und: Kopfhoch!

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