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in der Gesellschaft von anderen

Hallo, mein Problem hört sich zwar total verrückt an, aber ich schreib mir jetzt einfach mal von der Seele:-)
Also, es fing vor 2 oder 3 Jahren an, dass ich angst davor habe in Gesellschaft von anderen zu essen.
Bei mir ist das so, dass ich angst habe, mich zu verschlucken und zu ersticken, oder etwas noch verrückteres, ich habe angst dass irgendetwas im essen ist, was mich töten könnte. z.B bei Fisch brauche ich ewig, um ihn aufzuessen, weil ich angst habe, dass mir eine Gräte im Hals stecken bleibt und mich aufschlizt.
Ich glaube es kommt davon, dass ich früher immer Magenkrämpfe hatte und ich mich deswegen total verrückt gemacht habe, weil ich meinte irgendetwas giftiges gegessen zu haben.
Also wenn ich Zuhause bin macht mir das essen überhaupt keine Probleme, aber wenn ich an einem fremden Ort bin ist es richtig extrem.
Letzten Urlaub war ich mit meinen Eltern im hohen Norden, und ich wollte essen, und ich brauchte einmal fast 2 Stunden für 3 Stücke Pizza!
Es war wirklich schrecklich! Ich glaube, es lag auch daran, dass man dort total einsam war, und ich deshalb noch mehr angst hatte beim essen zu ersticken, weil ich die Horrorvorstellung hatte, dass mir etwas im Hals stecken bleibt und mir keiner helfen kann. Zuhause konnte ich dann sofort wieder ganz normal essen. Mit meinen Eltern habe ich schon darüber gesprochen, doch sie meinen, dass ich mir da etwas zusammenspinne.
In ein paar tagen fahren wir wieder rauf nach Schweden, und ich habe angst, dass dieser Urlaub wieder genauso schrecklich wird!
Bitte sagt mir, was ich dagegen tun kann.
Ich hoffe, ich konnte mein Problem hier einigermaßen beschreiben.
Lg, Amélie.

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

die Angst hat nicht Recht

Liebe Amélie
Du hast dein Problem so gut beschrieben, dass auch Leute, die deine Situation nicht kennen, leicht verstehen können, was du durchmachst. Man merkt, dass dies nicht ein neues Problem ist und du dir schon viele Gedanken darüber gemacht hast. 
Ich weiss ganz genau, wovon du sprichst. Und es tut mir sehr leid, dass du dich damit herumschlagen musst. Es ist sicher sehr unangenehm, wenn alle sogleich merken, dass für dich das Essen vor anderen schwierig ist. Das tönt jetzt vielleicht komisch, aber es gibt viele Menschen, die unter demselben Problem leiden wie du. Du bist nicht allein damit! Und es gibt sogar einen Namen dafür. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, schreibe mir einfach wieder. Ich erzähle dir gerne mehr darüber.
Du machst schon ganz viel richtig, indem du dich mit dem Problem auseinandersetzt. Hast du schon gemerkt, dass deine Gefühle nicht mit deinen Gedanken übereinstimmen? Du hast schreckliche Angst, dich zu verschlucken oder am Essen gar zu ersticken. Gleichzeitig denkst du wahrscheinlich, dass es blöd ist, Angst zu haben, weil den anderen vom gleichen Essen ja nichts geschieht. Trotzdem bringst du die Angst nicht los oder sie wird sogar noch grösser.
Es ist leider so, dass Gefühle uns manchmal irreleiten, das heisst, dass sie uns etwas glauben lassen, das gar nicht der Wahrheit entspricht. Versuche, wenn du Angst hast, innerlich mit dir zu reden. Sage dir Dinge wie: "Ich habe jetzt wieder Angst, dass ich ersticken könnte. Diese Angst kenne ich. Aber die Angst hat NICHT Recht. Bis jetzt bin ich nie wegen des Essens gestorben und andere um mich herum auch nicht. Warum sollte ich jetzt am Essen ersticken? Es gibt keinen Grund dafür." Versuche, beim Essen die Aufmerksamkeit nicht auf deine Angst zu lenken, sondern dich auf deine Gedanken zu konzentrieren!
Du spinnst dir nicht etwas zusammen. Deine Eltern meinen es sicher sogar gut und hoffen einfach, dass deine Angst weggeht, wenn sie sie ganz klein machen und nicht ernst nehmen. Da du aber leidest, musst du sie ernst nehmen. Wenn ich dich wäre, möchte ich aber nicht alleine damit bleiben. Zum Glück gibt es Therapeutinnen, die einen dabei unterstützen, die Angst zu besiegen. Zu zweit geht das nämlich viel besser. Wenn du nicht weisst, wie man eine solche Therapeutin finden kann, helfe ich dir gerne. Du kannst mir deine Email-Adresse angeben und ich schreibe dir direkt. So kann niemand herausfinden, wer du bist. 
Du gehst jetzt bald nach Schweden. Meine Gedanken werden dich begleiten. Melde dich, wenn du mehr brauchst, ok?

Liebe Grüsse
Larissa

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