
Selbstverletzung
Ist Selbstverletzung eine Sucht?
Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde
Keine Sucht, aber schwer zu stoppen
Selbstverletzung ist keine Sucht im medizinischen Sinn. Trotzdem kann sie sich für viele wie eine Sucht anfühlen. Das kommt daher, dass sie für einen kurzen Moment starke Gefühle oder innere Spannung erleichtern kann. Das Gehirn merkt sich diese Erleichterung, und so entsteht manchmal ein starker Drang, es wieder zu tun.
Meistens geht es bei Selbstverletzung nicht darum, sich weh zu tun, sondern darum, mit Gefühlen klarzukommen, die sich zu viel, zu leer oder zu chaotisch anfühlen. Sie hilft kurzfristig, wieder etwas Kontrolle oder überhaupt etwas zu spüren. Deshalb ist Selbstverletzung eher eine erlernte Art, mit Stress und Gefühlen umzugehen, als eine echte Sucht.
Wichtig ist: Selbstverletzung ist kein Zeichen von Schwäche und kein „Aufmerksamkeitsding“. Sie zeigt, dass jemand gerade sehr überfordert ist und im Moment keinen anderen Weg kennt, um sich zu entlasten. Weil es ein gelerntes Muster ist, kann man auch andere, weniger verletzende Wege lernen, um mit schwierigen Gefühlen umzugehen.

