nicht mehr schlafen

Ich habe euch vor einer Woche geschrieben, weil ich Alpträume hatte. Die habe ich immer noch. Aber jetzt ist es noch viel schlimmer! Ich kann nämlich gar nicht mehr schlafen. :-( Seit dem besagten Samstag habe ich höchstens die Hälfte von dem geschlafen, was ich an Schlaf brauche. Natürlich bin ich weiter zur Schule und zu allen Abendaktivitäten gegangen und war sogar mit meiner Freundin einen Nachmittag beim Schlitteln und hab meinen momentanen Kummer einer älteren Kollegin erzählt. Immer ging es mir danach besser. Aber alles ändert nichts daran, dass ich entweder sobald ich zu Bett gehe hellwach bin oder totmüde bin und trotzdem nicht einschlafen kann. Totmüde ist nicht übertrieben. Ich hab keine Kontrolle mehr über meine Gedanke, die befassen sich dann mit längst vergessenem oder verdrängtem Zeugs herum und meine grosse Angst von früher kommt hoch. Und ich heule die ganze Zeit nur noch. Und ich kann nicht mehr laufen, weil ich so keine Konzentration habe, dass ich meinen Weg nicht wahrnehme und nicht fähig bin meine Füsse so zu platzieren, dass ich nicht drüber falle. Ich sage euch, es ist der Horror! Ich kann euch genauso wenig erklären, woher meine Schlaflosigkeit kommt wie ich weiss, was der Grund für meine Alpträume ist. Auf jeden Fall ist es nicht zum Aushalten. Wenn diese Gedanken mich weiter quälen, dann falle ich wieder in ein Loch, weil alles so schrecklich ist. Und wenn ich meine Gedanken weiter nicht im Griff habe, dann kriege ich noch mehr das Gefühl, dass ich spinne. Und wenn ich weiter nicht schlafen kann, dann kann ich meinen Alltag nicht weiterleben. Und dann falle ich erst recht in ein Loch. Es ist zum Verzweifeln! :-S

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Hilfe holen

Hallo Lili

Du schreibst dass nun noch alles viel schlimmer wird, dass du ständig heulen musst und dass du kurz davor bist in ein Loch zu fallen. Es gibt manchmal Zeiten im Leben, wo einen intensive Gefühle überschwemmen wollen. Meist schafft man es dann nicht aus eigener Kraft da wieder rauszukommen, weil im Moment die nötige Kraft fehlt. Hol dir jetzt Hilfe von einer Fachperson. Geh zu deinem Hausarzt, besprich mit ihm die Sache. Wenn du magst, lass dich von einer Freundin begleiten. Und versuch weiterhin in deinen Alltag kleine Dinge einzubauen, die dir Freude machen. Kopfhoch, du bist es dir wert.

Karin

© 2020  IOGT Schweiz

Alle Rechte vorbehalten