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Probleme mit Mutter

Liebes Notanker-Team,
ich weis gar nicht wo ich anfangen soll... ich gehe in die 12. Klasse und mache dieses jahr mein Abi. In letzter Zeit haben meine Leistungen in der Schule etwas nachgelassen, liege so bei einer 3. Meine eltern quittieren das mit Sätzen wie: du bist selbst Schuld, du schaffst dein Abi doch eh nie, deine schwester ist so viel besser als du, du enttäuscht uns sehr. Mittlerweile fange ich jedes mal, bekomme ich eine 3 oder schlechter, zu weinen an. Selbst wenn ich gerade erst eine Klausur geschrieben hab und kein gutes Gefühl hab kommen mir die Tränen. Wegen sehr fiesen Sprüchen von meiner Mutter wie: du schlampe, halt dein maul oder ich hau dir in die Fresse bin ich mittlerweile nur noch traurig. das vertrauen zu ihr ist weg. Ich hasse sie weil ich sie liebe. ich kann nur noch sehr schwer entscheidungen treffen weil ich angst habe etwas falsches zu entscheiden. das fängt schon bei den kleinsten Dingen an. ich ziehe mich immer mehr zurück, hab fast keinen Kontakt mehr zu Freunden. ich schlafe nur noch sehr schlecht und könnte die ganze Zeit essen. An manchen tagen fühle ich mich als könnte ich Bäume ausreisen, das kann in der nächsten Minute schon wieder in tiefe Traurigkeit und gedanken ans aufgeben und alles hinter sich lassen wechseln.
ich weis nicht was ich tun soll. bei meinen Eltern und Freunden stoße ich nur auf Unverständnis.
was soll ich tun?
Lg
Ich

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Gib nicht auf!

Liebe Ich
Die Kommentare deiner Mutter sind extrem verletzend! Sie vergleicht dich mit deiner Schwester und macht dir so einen riesen Druck, wenn sie dir sagt, dass du dein Abi eh nicht schaffst. Kein Wunder, dass dich das extrem mitnimmt! Deine Eltern kratzen stark an deinem Selbstbewusstsein und das überträgt sich natürlich auf dich. Es ist daher verständlich, dass du Angst hast, Entscheidungen zu treffen, dass du oft den Tränen nahe bist und dass sich das auch auf deinen Schlaf auswirkt. Auch dass dich deine Mutter als Schlampe etc. bezeichnet ist sehr verletzend! Und das macht traurig! Sie ist deine Mutter und sie sollte dich unterstützen, anstatt dich zu beleidigen und dich total runter zu ziehen.
Gib aber trotzdem nicht auf! Auch wenn du deine Noten etwas nachgelassen haben, bist du trotzdem kurz vor dem Abitur und das ist eine super Leistung! Das schafft noch lange nicht jeder – sich durch das Gymnasium durchzukämpfen und kurz vor dem Abschluss zu stehen. Darauf kannst du wirklich stolz sein. Und du bist ja nicht ungenügend und hast auf jeden Fall eine Chance, das Abitur zu bestehen. Auch wenn es schwierig ist und weh tut – lasse dir von deiner Mutter da nichts einreden! Du kannst das schaffen, gibt nicht auf! Hole dir Unterstützung in Fächern, wo du Mühe hast. Frage Mitschüler, ob sie dir helfen können oder Lehrpersonen, ob sie dir etwas nochmals erklären können oder zusätzliche Unterlagen geben können. Und mache dir einen Lernplan – was du wann lernen willst und wie. Mache auch genügend Pausen beim Lernen und belohne dich zwischendurch. Tue allgemein viele Dinge, die dir gut tun. Du bist traurig und es geht dir schlecht – verwöhne dich mit Dingen, die dir Spass machen und die du gerne tust. Gehe raus an die frische Luft, höre schöne Musik, treibe ab und zu Sport… Und triff dich wieder öfters mit deinen Freunden. Auf jeden Fall mit solchen, die dir gut tun und dich unterstützen und mit denen du auch über die Situation zu Hause mit deiner Mutter und über deine Noten reden kannst. Du könntest deine Sorgen auch in ein Tagebuch schreiben und alles – deine Angst, die Wut auf deine Mutter, die Traurigkeit etc. –aus dir rauslassen. Was den Schlaf angeht – versuche dich vor dem Einschlafen zu entspannen. Nimm z.B. ein heisses Bad, trink einen heissen Tee oder höre ruhige Musik. So kannst du etwas runterfahren. Wenn dich Gedanken quälen beim Einschlafen, dann könntest du diese in dein Tagebuch schreiben und danach beiseitelegen, damit sie dich weniger stören. Zum Appetit noch – versuche regelmässig und ausgewogen zu essen, d.h. fünf Mahlzeiten pro Tag, drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten. So reguliert sich dein Hunger wahrscheinlich etwas.
Du liebst deine Mutter und deswegen tun ihre Bemerkungen besonders weh. Versuche aber trotz allem, dir ein Fell zuzulegen und diese Kommentare so gut es geht zu ignorieren und dir die Bestätigung ausserhalb der Familie zu holen. Denn egal was deine Eltern sagen – du hast bereits viel geleistet und du stehst kurz davor, dein Abitur abzuschliessen.
Rebecca

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