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vater ist alkoholiker

Hallo leibes kopfhoch-team. Unser Vater ist Alkoholiker. Jetzt ist es in unserer Familie schon soweit, dass niemand mehr gerne nachhause kommt, auch wenn unser Vater garnicht zuhause ist. Wir(3 Geschwister) haben unsere Mami immer wieder gefragt, ob wir nur mit ihr ausziehen können, weil es so unerträglich ist und keiner sich mehr wohl fühlt. Aber sie sagt, sie wisse nicht wie sie es sich leisten könne. Aber so wie es jetzt ist kann es nicht bleiben und wir wollen nicht mehr. Man kann nicht mehr reden und alle haben angst. An wen können wir uns wenden, um Hilfe zu erhalten?

3 geschwister

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Konsequenzen ziehen und Fachstelle fragen

Liebe drei Geschwister

es gibt ganz viele Kinder von Alkoholabhängigen, die das so erleben wie ihr: keine Lust mehr, nach Hause zu gehen, weil man nie weiss, was einen erwartet; man redet nicht mehr, weil alles zum Streit führen kann; alle schleichen ängstlich um den Vater; usw. Und die Mutter zieht nicht aus, weil entweder das Geld nicht reicht, oder sie bei ihrem Mann bleiben möchte und von nüchternen Zeiten träumt - oder beides zusammen...

Aber es kann so nicht weitergehen, da habt ihr ganz recht.

Ihr könnt eurem Vater die Entscheidung, aufzuhören mit dem Trinken, nicht abnehmen. Aber ihr könnt ihn zur Rede stellen. Ihr könnt ihm sagen, dass ihr euch Sorgen macht um ihn, weil er sich nämlich kaputt trinkt. Und dass ihr ihn nur mögt, wenn er nüchtern ist. Vielleicht sagt ihr ihm auch, dass ihr nicht mehr mit ihm diskutieren werdet, wenn er getrunken hat. Und dass ihr nicht mehr mit ihm Auto fahrt, oder gemeinsam andere Leute trefft, wenn er getrunken hat.

Das heisst, dass ihr die Konsequenzen nicht mehr mittragt, wenn er betrunken ist. Dann soll er für sich selber schauenl - und ihr schaut für euch. Dabei ist es auch gut, dass ihr zu dritt seid. Dann könnt ihr euch gegenseitig unterstützen und habt auch mehr Gewicht gegenüber eurem Vater.

Vielleicht macht eure Mama da ja auch mit?!

Hilfe holt ihr euch am besten bei der nächsten Alkoholfachstelle. Die beraten die Alkoholabhängigen und deren Angehörige. Dort könnt ihr hingehen und erzählen, wie es bei euch zu Hause ist. Dort können sie euch auch ganz konkret dabei helfen, dass ihr euren Vater überzeugen könnt, dass er für sich auch Hilfe annimmt. Alkoholfachstellen gibt es in den grösseren Ortschaften. Sie sind meist regional geordnet. Manchmal gehören sie auch zum Sozialamt. Am besten telefoniert ihr zuerst und macht einen Termin mit einem/r Berater/in ab.Wisst ihr, viele Kinder von Alkoholikern möchten am liebsten das Geheimnis, dass der Vater trinkt, für sich behalten. Weil sie sich schämen, dass so etwas in ihrer Familie passiert. Weil sie eigentlich nicht möchten, dass jemand anders davon erfährt - oder auch weil sie Angst haben, dass der Vater dann sehr wütend wird.

Ihr habt jetzt schon den Mut gehabt, euch hier zu melden. Jetzt wünsche ich euch den Mut, euch noch an die Fachstelle zu wenden - und natürlich viele positive Veränderungen! Kopfhoch!

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