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wenn alle anders sind

Warum will ich tot sein? Warum bin ich traurig? Ich hab keinen Grund. Ich bin weder extem dumm noch extrem klug, bin weder hässich noch total hübsch. Ich hab eine Familie von der ich zwar als Kind dachte wie schrecklich sie ist, aber mit dem Alter merkt man, dass es bei anderen auch nicht besser war. Ich war immer sehr nachdenklich und hab als Kind und Jugendliche zwecks meiner Andersartigkeit gelitten und dann gekämpft. Irgendwann hab ich akzeptiert, dass ich eben anders bin, ich über ganz andere Dinge nachdenke und ganz andere Dinge für mich wichtig sind als für die meisten Menschen. Aber ich war trotzdem nie wirkich allein. Alle denken, dass ich total ausgeglichen bin, weil ich mit mir selber "im Reinen" bin. Bis vor ca. 1Jahr hab ich deswegen glaub ich sehr stark gewirkt. Jetzt ist das nicht mehr so, glaub ich. Ich will eigentlich nur noch allein sein. Alle sind mir zuviel. Was will ich hier wenn eh alle anders sind. Wofür soll ich mich dauernd anstrengend mich auf die anderen einzustellen? Im Beruf muss ich ja so tun als wär ich ganz normal. Aber das ganze kommunizieren fällt mir so schwer. Für mich ist klar, dass ich keine Kinder in die Welt setzen werde, weil sie mit meinen Genen und von mir erzogen sicher die gleichen Probleme hätten und lieber nie geboren worden wären. Ich hab aber eh kein Bedürfnis danach Mama zu sein. Ich hab nach wie vor Feunde, langjährige wirkliche Freunde. Ich bin sei 3 Jahren Single, aber das ist so, weil ich das so will, weil mir eine Partnerschaft zu kompliziert ist. Jemand der genauso leblos und negativ ist, wie ich, zieht mich nur runter, und jemand der nicht so ist versteht mich nicht. Aber das ist auch nix neues. Das ist mir schon länger klar. Und es gibt trotzdem immer noch Männer, die versuchen mit mir anzubandeln Aber trotzdem ist jetzt plötzlich irgend was anders (seit ca. 3 Monaten). Wenn ich mit dem Faharad fahre stelle ich mir plötzlich vor wie ich unter die Räder komme. Wenn ich in der Badewanne bin, stelle ich mir vor wie ich tot und nackt in der Badewanne liege. Ich stells mir aber nicht bewusst vor, das ist wie ein Blitzgedanke der plötzlich da ist. Und das obwohl alles ok, wenn auch nicht super ist: Familie ok, Freunde ok, Männer ok, Arbeit naja. Ich hatte früher Suizid Gedanken (so mit 14, jetzt bin ich 27) Aber damals wusste ich auch warum, mir gings einfach schlecht weil ich mich so unverstanden fühlte. Aber das ist vorbei. Warum will ich nur noch allein sein, fühle mich nur noch einigermaßen gut, wenn ich vorher geheult hab, mir ist alles gleichgültig, ich bin so antriebslos und langsam.Ich will nur im Bett bleiben. Vielleicht hats ja schon was geholfen, dass ich das mal in Worte fassen musste. Danke.

Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde

Von Gemeinsamkeiten und Unterschieden

Hallo Johanna

Jemand hat mal gesagt, dass Ideale wie Sterne sind: Man kann sie zwar nicht erreichen, doch man kann sich nach ihnen orientieren.

Und Sterne am Himmel gibt es mindestens so viele, wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Und auf  den ersten Bilck sind sie sich ähnlich und schliesslich doch nicht gleich. Wie bei den Menschen. Wir Menschen haben zwar Gemeinsamkeiten und doch unterscheiden wir uns beim genaueren Hinschauen. Wir denken und fühlen. Doch wie wir denken und fühlen, und ob wir mehr denken als fühlen oder umgekehrt, das ist bei jedem anders und kann sich auch über die Zeit verändern. So gehört auch das Gefühl der Traurigkeit dazu - zum Mensch sein, neben seiner Schwester der Freude. Jedoch ohne Gefühle wären wir Menschen nicht in der Lage uns selbst zu begegnen. Es kann eine persönliche Lebensaufgabe sein, sich selber kennenzulernen. Viele Menschen scheuen diese Aufgabe. Lenken sich ab, reden sich die Gefühle aus oder flüchten in Pseudogefühle. Vielleicht ist es die Angst davor, dass es einem wie mit den Sternen gehen könnte: sich selber durch und durch kennen zu wollen, wird wohl noch schwieriger sein, als wenn man jemanden anderes total kennen wollte. Schwer erreichbar, doch man kann sich daran orientieren.

Übrigens: Gefühle und Einsichten in Worte zu fassen, ist eine gute Art sie be-greifbar zu machen.

Kopfhoch und schau doch gelegentlich an den Sternenhimmel.